Mit Aids kann man leben

Erstellt: Freitag, 01. Dezember 2017

Rastatt (pr). "Mit HIV kann man heute leben. Weitersagen!" So lautet eine zentrale Botschaft zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. In Deutschland leben ungefähr 88'000 Menschen mit HIV, in Baden Württemberg geschätzt 10'000 Menschen. Dank moderner Medikamente haben viele von ihnen eine normale Lebenserwartung und können heute mit ihrer HIV-Infektion gut leben, arbeiten und lieben, sogar auf natürlichem Weg Kinder zeugen und gesund zur Welt bringen. Aktuelle Statistiken der WHO zeigen neben den stagnierenden Zahlen der Neuinfektionen in Westeuropa, ein rasantes Ausbreiten der Infektion in Osteuropa und Russland.

"Auch wenn in Deutschland aufgrund von erfolgreichen Präventionskampagnen und guten Versorgungsstrukturen schon viel erreicht ist und der Welt Aids-Tag auch eine Gelegenheit ist, für das Erreichte dankbar zu sein, erfahren Betroffene immer noch Zurückweisung und Diskriminierung im beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Bereich", betont Eva-Christiane Pantke-Ehlers, die Leiterin der Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit im Landratsamt Rastatt. Sexuelle Vielfalt ist noch immer nicht selbstverständlich. Trotz einiger Errungenschaften wie der Ehe für Alle gebe es leider auch gegenläufige Ansätze mit Ausgrenzungen und Respektlosigkeit sowie eine Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas gegen Minderheiten.

Angst und Stigmatisierung kann krank machen und zu einem Rückzug aus sozialen Beziehungen, Einsamkeit und psychischen Erkrankungen führen. Angst vor Ablehnung kann auch Menschen davon abhalten, sich testen zu lassen, somit bleibt ihnen eine rechtzeitige Behandlung versperrt. Jedes Jahr sterben immer noch Menschen in Deutschland an Aids und erfahren Menschen erst von ihrer Infektion, wenn sie schon einen schweren Immundefekt haben.

Neben Safer Sex, früher Diagnose, Behandlung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen ist eine wesentliche Grundlage für eine weiterhin gelingende Präventionsstrategie vor allen Dingen ein gesellschaftliches Klima von Wertschätzung, Toleranz und Solidarität.

Die diesjährige Kampagne zeigt auf Plakaten HIV positive Menschen, die zum Ausdruck bringen, dass mit HIV ein normales Leben möglich ist, man ohne Ängste zusammenleben kann und Solidarität ein großer Wunsch ist. In der Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit beim Gesundheitsamt wurden in diesem Jahr bisher rund 350 Beratungen und Untersuchungen zu HIV sowie über 600 zu anderen sexuell übertragbaren Infektionen durchgeführt.

Sehr bunt und vielfältig sei das Klientel, so die Ärztin Pantke-Ehlers. "Als Beratungsstelle freuen wir uns, dass Menschen aller Herkunft, Hautfarbe und sexueller Orientierung den Weg zu uns finden und das kostenlose und anonyme Angebot angenommen wird."  

Anlässlich des Welt-Aids Tages ist die Beratungsstelle ausnahmsweise am Freitag, 1. Dezember von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Mitnahmeartikel und Kondome gibt es kostenlos. Zudem können rote "Aids-Schleifen" und "Welt-Aids-Tag Teddys" gegen eine Spende für die Aids-Hilfe erworben werden.

Regelmäßige Sprechstunden der Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit im Landratsamt sind montags von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 8 bis 12 Uhr. Telefon: 07222 381-2314 oder -2308.

  siehe auch: Welt-Aids-Tag-2017 Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember hat das Robert Koch-Institut aktuelle Zahlen zum HIV/AIDS-Geschehen in Deutschland veröffentlicht.  

                                                       

 

(Quelle: Lara/HIN)