Hygiene im Krankenhaus

Erstellt: Mittwoch, 29. November 2017

Karlsruhe (joER). Mit Krankenhaushygiene befasste sich der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit in seiner jüngsten Sitzung am 23. November unter Leitung von Bürgermeister Klaus Stapf. Der leitende Arzt der Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Städtischen Klinikums, Dr. Eberhard Kniehl, informierte die Ausschussmitglieder über die allgemeinen Hygienemaßnahmen und über die Prävention der Übertragungen von multiresistenten Keimen. Die Maßnahmen in den Kliniken und vielen anderen Einrichtungen wie beispielsweise Kindergärten oder Wellnessbetrieben werden aufgrund gesetzlicher Vorgaben regelmäßig vom Gesundheitsamt und dem Regierungspräsidium kontrolliert.

Krankenhausinfektionen sind in ganz Europa ein ernst zu nehmendes Problem. Jährlich erkranken in Deutschland 400.000 - 600.000 Patienten an Krankenhausinfektionen, die zu einem Teil vermieden oder beeinflusst werden können. Etwa 10.000 bis 15.000 Menschen versterben laut aktuellen Schätzungen aus Studien jedes Jahr in Deutschland an Krankenhausinfektionen.

Es besteht eine Vielzahl von Maßnahmen und Regelungen zur Verbesserung der Hygiene in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) enthält eine Reihe von Bestimmungen, damit die Gesundheitsämter und die übrigen zuständigen Landesgesundheitsbehörden Maßnahmen treffen können, die die Verhütung und Bekämpfung nosokomialer Infektionen unterstützen.

Dreimal jährlich tagt eine Hygienekommission sowie verschiedene Arbeitskreise der Stadt Karlsruhe, die sich mit speziellen Fragestellungen beschäftigen. Ausschließlich um die Krankenhaushygiene kümmern sich drei Krankenhaushygieniker und sechs Fachkräfte mit der Qualifikation als Hygienefachkraft. Dazu kommen in den einzelnen Abteilungen 28 beauftragte Ärzte sowie 88 Hygienebeauftragte, alle über entsprechende Weiterbildungen qualifiziert. Desinfektion und Sterilisation sind zentral organisiert.

Das Wichtigste ist aber, dass die über 4.000 Mitarbeitenden die geltenden Hygienestandards beachten und umsetzen, wie zum Beispiel Händedesinfektion, Geräte- und Flächenreinigung. Hygiene im Krankenhaus sei nur dann erfolgreich, wenn sie von allen als selbstverständlicher Bestandteil des Handelns verstanden werde, so Dr. Kniehl.

Die Zahl der Infektionen durch das hochinfektiöse Norovirus (Brechdurchfall) hat seit 2004 erheblich abgenommen. Ebenso fiel die Zahl der von multiresistenten Erregern (MRSA) befallenen Patientinnen und Patienten unter fünf Prozent (Durchschnitt sind zwölf Prozent). Wichtig für die Kontrolle der Hygienemaßnahmen sind ausreichendes Personal und gute räumliche Voraussetzungen. Die Neubauten und die Altbausanierung werden dazu beitragen, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Die Maßnahmen in den Kliniken und vielen anderen Einrichtungen wie beispielsweise Kindergärten oder Wellnessbetrieben werden aufgrund gesetzlicher Vorgaben regelmäßig vom Gesundheitsamt und dem Regierungspräsidium kontrolliert, wie der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe, Dr. Ulrich Wagner, darstellte.

Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und Behörden arbeiten vertrauensvoll und effizient in einem gut funktionierenden Multiresistente Erreger (MRE)-Netzwerk der Stadt und des Landkreises zusammen, um institutionsübergreifend und koordinierend multiresistente Erreger im Gesundheits- und Pflegewesen zu bekämpfen und Patientinnen und Patienten zu informieren.

(Quelle: StVwKA/HIN)