Regionales Schulessen

Erstellt: Donnerstag, 18. Oktober 2018

(joER). Die deutschen Projekte "KEEKS - Klimafreundliche Schulküchen" und "Aktion Pflanzen-Power" dürfen sich über eine gemeinsame internationale Würdigung freuen: Das Sekretariat der UN-Klimaschutzkonferenz in New York gab kürzlich die 15 Gewinner seines Klimapreises "Momentum for Change" bekannt. Insgesamt waren weltweit mehr als 560 Initiativen für den Preis eingereicht worden. Das Forschungsprojekt KEEKS kommt - gestützt sich auf eigene Messungen und Berechnungen - zu dem Ergebnis: Ein Schulküchenteam, das täglich frisch kocht, kann einen erheblichen Anteil klimarelevanter Emissionen einsparen.

Gutes Essen in der Schule gelinge am besten mit frischen, regional und ökologisch erzeugten Produkten, sagte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich der Veranstaltung "Regionale Schulverpflegung - Wie geht das?". Bei der gemeinsamen Veranstaltungsreihe hat das Landwirtschaftsministerium mit dem Gemeindetag Baden-Württemberg und der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg über die regionale Schulverpflegung getagt.

"Die Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche mit dem Essen in der Schulmensa machen, prägen ein Leben lang. Schülerinnen und Schüler sollten überall dort, wo sie leben und lernen, ausgewogene und frische Essensangebote nutzen können, die schmecken", sagte die Staatssekretärin des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, bei der Veranstaltung "Regionale Schulverpflegung - Wie geht das?", die das Ministerium gemeinsam mit dem Gemeindetag Baden-Württemberg und der Akademie Ländlicher Raum durchführt.

Das sei eine Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Kinder und notwendig, um ein gesundes Essverhalten entwickeln zu können. Gutes Schulessen punkte außerdem auch bei den Eltern und sei ein Markenzeichen für die Schulen. So vielfältig die Chancen einer guten Schulverpflegung seien, so anspruchsvoll seien aber auch die Anforderungen an die Qualität und die Rahmenbedingungen.

"Das Essen muss nicht nur gesund, frisch und abwechslungsreich sein, es muss bei den Schülerinnen und Schülern natürlich auch gut ankommen. Das gelingt am besten mit einer Mensa, die zum Entspannen und Wohlfühlen einlädt, mit frischen regionalen und ökologisch erzeugten Lebensmitteln und einem ausgewogenem Speisenplan nach dem Qualitätsstandard für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V.", betonte die Staatssekretärin.

Ein engagiertes Schulküchenteam könnte mehr als 40 Prozent Treibhausgase einsparen: Dies zeigen Messungen und Berechnungen in Kölner Ganztagsschulen, in denen täglich frisch gekocht wird. Die Testreihen sind Bestandteil des Forschungsprojekts "KEEKS - Klimafreundliche Schulküchen", das von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums mit 1,6 Mio. Euro gefördert wird (2016-2019).

Dr. Michael Scharp vom IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin initiierte das Projekt. Vier Forschungseinrichtungen erarbeiteten gemeinsam mit einer NGO und einem Bildungsträger 22 klimafreundlichen Maßnahmen für Schulküchen.

Dr. Scharp: "Entscheidend ist: Den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung folgen und nur zwei Mal in der Woche Fleisch auf den Speiseplan setzen. Wer dabei ausschließlich Huhn oder Pute anbietet, ist auf der klimafreundlicheren Seite. Wer vegetarisch etwa mit Hülsenfrüchten kocht, spart noch mehr Treibhausgase.”

Die beteiligten WissenschaftlerInnen raten darüber hinaus, konsequent Speiseabfälle zu vermeiden sowie in moderne Küchentechnik, insbesondere Tiefkühlgeräte, zu investieren. Außer dem IZT bringen folgende Praxis- und Forschungspartner ihr Know-how in "KEEKS" ein:

ProVeg Deutschland e. V. (Berlin),

Netzwerk e. V. - Soziale Dienste und Ökologische Bildung (Köln),

IFEU - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (Wuppertal),

Faktor 10 - Institut für nachhaltiges Wirtschaften (Friedberg).  

UN-Gewinnerprojekt: "Aktion Pflanzen-Power" für Ernährungsbildung an Schulen.

Je früher gesunde Ernährungs- und Verhaltensweisen erlernt werden, umso höher ist die Chance, dass sie auch nachhaltig beibehalten und umgesetzt werden.

Getreu dieser Devise starteten die Ernährungsorganisation ProVeg Deutschland und die Gesundheitskasse BKK ProVita vor zweieinhalb Jahren die "Aktion Pflanzen-Power". Im Rahmen der Initiative finden Aktionstage an Schulen statt, um junge Menschen für pflanzliche Ernährung zu begeistern. Mit Vorträgen und Informationsmaterialien werden Hintergründe erklärt, mit bunten Kochworkshops Freude und Spaß an vollwertiger Ernährung vermittelt.

Bisher hat die Aktion an 38 Schulen in ganz Deutschland 23'000 Schülerinnen und Schüler erreicht; die nächsten Projekttage stehen bereits an.  Preisverleihung auf Weltklimakonferenz im Dezember 2018 Die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention, Patricia Espinosa, charakterisiert Projekte, die mit dem UN-Award "Momentum for Change" 2018 ausgezeichnet werden, folgendermaßen:

"Diese Aktivitäten werfen ein Schlaglicht auf weltweite Klimaschutzaktionen.

Sie beweisen, dass Klimaschutz nicht nur möglich ist,

sondern auch einen Unterschied macht."

Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgte am 26. September 2018 in New York. Die beiden deutschen Projekte zur Schulernährung teilen sich einen der 15 Preise. Die Verleihung findet während der nächsten UN-Klimakonferenz im Dezember 2018 in Katowice (Polen) statt.

 (Quelle: IZT.de/HIN)