Ökolandbau vorn

Erstellt: Mittwoch, 10. Oktober 2018

(Hero). Die ökologische Landwirtschaft in Baden-Württemberg wächst stetig, und das seit Jahren. Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage. Deshalb ist es sowohl ökonomisch wie auch ökologisch richtig, Biolandwirtschaft zu fördern. Das Ziel ist, 30 Prozent Biolandwirtschaft in Baden-Württemberg zu schaffen. "Der ökologische Landbau in Baden-Württemberg ist Spitze", macht Minister Hauk gleich zu Beginn seine Rede im Landtag deutlich. Dabei sei das nicht erst seit gestern so, sondern der Ökolandbau habe bereits seit Jahren stetig zugelegt.

Wichtigster Grund dafür sei die gestiegene Nachfrage nach Bio-Produkten in den vergangenen Jahren. "Das Wachstum auf Erzeugerseite wächst parallel zur Nachfrageseite", sagte Hauk. Das sei gut, denn die hohe Nachfrage führe zu stabilen Preisen, was den Biolandbau auch für die Erzeuger attraktiv mache.

Deshalb sei die Zuwachsrate des Biolandbaus in den vergangenen Jahren stetig angewachsen. Die höchste Umstellungsrate auf ökologische Landwirtschaft habe es 2015 mit 9,6 Prozent gegeben und die Zuwachsrate verstetige sich auf hohem Niveau.

Der Biolandbau profitiere dabei überproportional vom Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT), so Hauk. Ebenfalls wichtig sei die 2011 eingeführte Umstellungsförderung der Landwirte, denn Betriebe werden speziell während der Zeit der Umstellung auf Bio-Landbau unterstützt. "Mindererträge und Mehraufwände werden ausgeglichen", sagte Hauk, "und das ist gut so, weil Ökolandbau im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft weniger Erträge erzeugt und die Umstellung mit finanziellem Mehraufwand verbunden ist."

In dieser Legislaturperiode habe die Landesregierung viel für den Biolandbau gemacht, erläuterte der Minister. So habe die Landesregierung den Bio-Aktionsplanverdoppelt. Das Kompetenzzentrum für den ökologischen Landbauin Emmendingen wurde ausgebaut, 1,7 Millionen Euro investiert, zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und bereits zwei Ökofachschulklassen geschaffen. Ein Netzwerk an Bio-Musterregionen forciert den Vertrieb von biologischen Produkten aus der Region und nach einer ersten Ausschreibung läuft jetzt eine zweite Runde. Das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) wurde aufgewertet.

Zukünftig soll 30 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion aus ökologischer Landwirtschaft kommen, nannte Hauk als Ziel. Das sei realistisch, auf Bundesebene seien es nur 20 Prozent. Hauk machte aber deutlich: "Wir wollen keine Quote von 30 Prozent, sondern eine Zielsetzung 30 Prozent Biolandbau."

Die Landesregierung wolle den Bauern ihre unternehmerische Freiheit lassen und die Verbraucher nicht erziehen, sondern sie aufklären. Auch könne der Biolandbau aus Sicht von Minister Hauk die konventionelle Landwirtschaft nicht komplett ersetzen. Schon alleine die geringere Produktivität bei immer geringer werdenden Produktionsflächen und wachsender Bevölkerung mache dies unmöglich."

Gleichzeitig wies Hauk auf die Bedeutung der landwirtschaftlichen Förderung durch die EU hin. "Wenn es die Förderung der EU nicht gäbe, gäbe es in Baden-Württemberg nicht einmal die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe." Zusammenfassend sagte er: "Der Ökolandbau ist eine Erfolgsgeschichte und wir werden alles dafür tun, dass er es auch bleibt."

Informationen für die Bewerbung als Bio-Musterregion Baden-Württemberg und weiterführende Unterlagen:

Nachdem die ersten vier Bio-Musterregionen Baden-Württemberg im Januar 2018 ausgewählt wurden und inzwischen erfolgreich mit ihrer Arbeit begonnen haben, gibt es nun erneut die Möglichkeit, sich zu bewerben.  Als Landesregierung ist es uns wichtig, die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit einem möglichst großen Anteil aus der Region zu bedienen.

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln bietet die Chance, den Ökolandbau weiter zu stärken und die regionale Wertschöpfung von der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung und der Außer-Haus-Verpflegung weiter zu steigern. In den Bio-Musterregionen wird die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure entlang der Wertschöpfungskette besonders gefördert. Gemeinsam werden Ideen entwickelt, um regionales Bio in kurzen Wertschöpfungsketten voranzubringen.

In einer zweiten Ausschreibung für den Wettbewerb werden bis zu acht weitere Regionen als Bio-Musterregionen ausgewählt.  Die bei der Bewerbung eingereichten Regionalkonzepte werden anhand des Kriterienkatalogs bewertet und dienen als Grundlage für die Auswahl der neuen Bio-Musterregionen im Land. Die ausgewählten Regionen werden als Bio-Musterregionen Baden-Württemberg ernannt und können damit einen Antrag auf Förderung des Regionalmanagements stellen.  

Den formellen Rahmen für die Förderung der Bio-Musterregionen gibt die Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur Förderung von Bio-Musterregionen Baden-Württemberg (VwV Bio-Musterregionen) vor.  Die Förderung der Bio-Musterregionen ist durch die Europäische Kommission beihilferechtlich notifiziert.

Ausschreibung eines Wettbewerbs zur Einführung von Bio-Musterregionen Baden-Württemberg

Gliederung und Kriterienkatalog zur Ausschreibung

(Quelle: MLR.de/HIN)