Ertüchtigung u.a. des Murgdamms

Erstellt: Donnerstag, 27. Dezember 2018

LKR Rastatt (proh). Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms XXV und des rechten Murgdamms. Betroffen sind der Landkreis Rastatt - Stadt Rastatt, Gemeinden Steinmauern, Elchesheim-Illingen und Au am Rhein. Aufgrund der günstigen, trockenen Wetterlage in den vergangenen Monaten sind die Dammbaumaßnahmen zügig vorangeschritten. Zur Vorbereitung der nächsten Bauabschnitte werden im Frühjahr 2019 Fällarbeiten durchgeführt. Im Bereich des Wohngebiets Steinmauern wurde bereits die Winkelsteinmauer eingebaut.

Die Dammertüchtigung umfasst einen 13 km langen Abschnitt des Rheinhochwasserdamms RHWD XXV sowie einen 1 km langen Abschnitt des rechten Murgdammes. Sie beginnt am rechten Murgdamm im Anschluss an das im Jahr 2014 fertiggestellte Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Murg in Rastatt und endet nahe der Landkreisgrenze bei Rheinstetten.

Dort beginnt der geplante Hochwasserrückhalteraum Bellenkopf-Rappenwört bei Karlsruhe. Der RHWD XXV, dessen Aufbau noch aus den 1930er Jahren stammt, entspricht nicht mehr den heutigen anerkannten Regeln der Technik.

Der Antrag auf Planfeststellung für den RHWD XXV / rechter Murgdamm zwischen Rastatt und Au am Rhein wurde im September 2012 beim Landratsamt Rastatt eingereicht. Der Planfeststellungsbeschluss wurde vom Landratsamt Rastatt am 15. Februar 2016 erteilt und ist rechtskräftig.  Das Vorhaben ist Bestandteil des Gesamtprojektes Hochwasserschutz am Oberrhein und Teil des Dammertüchtigungsprogrammes des Landes Baden-Württemberg.

In den Privatgrundstücken wurde mit dem Rückbau von Zaunanlagen und dem Fällen von Bäumen und Sträuchern begonnen. Im Frühjahr ist in den Privatgrundstücken der Einbau von Oberboden und anschließend die Bepflanzung und Aufbau der Zaunanlagen vorgesehen. Auch werden die Dammbaumaßnahmen weiter fortgeführt. Es ist davon auszugehen, dass die Bauarbeiten in diesem Bereich wie geplant im 2. Quartal 2019 abgeschlossen sein werden.

Auf der Gemarkung Illingen ist der Neubau des Dammes abgeschlossen, so dass bereits mit dem Rückbau des Teilabschnitts des „alten“ Dammes begonnen werden konnte. Im Frühjahr sind die Bauarbeiten im Bereich des Pumpwerks Illingen vorgesehen und es werden die Baumaßnahmen zur Ertüchtigung des bestehenden Dammes in Richtung Norden weiter fortgeführt.

Im November wurde der „alte“ und bereits sehr morsche Horstbaum für die Störche gefällt und es wird nun mit Spannung der Bezug des neuen Horstbaumes, der in der Nähe des Fischerheims Illingen steht, erwartet. Auch die übrigen naturschutzfachlichen Kompensationsmaßnahmen sind gut vorangeschritten.

Parallel laufen die Vorbereitungen für die nächsten Bauabschnitte. Der nächste Bauabschnitt auf der Gemarkung Steinmauern beinhaltet die Umgestaltung der Altmurg, Baumaßnahmen an dem Durchlassbauwerk der Altmurg sowie die Ertüchtigung des bestehenden Dammes im Bereich des Camping- und Freizeitvereins Ostufer Goldkanal. Der Baubeginn ist im Sommer 2019 vorgesehen.

Vorbereitend für diesen nächsten Bauabschnitt werden im Frühjahr 2019 die erforderlichen Fällarbeiten durchgeführt. Ein großer Einschnitt ist hier sicherlich die Fällung der Bäume im Bereich der Altmurg. Die sogenannte baumfreie Zone, die beidseitig parallel der Dammtrasse eingerichtet wird, ist ein wichtiger Bestandteil zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes. Aus diesem Grund ist diese Maßnahme leider unumgänglich.

Die Maßnahmen berücksichtigen die heutigen Sicherheitsanforderungen bezüglich Standsicherheit und Zugänglichkeit für die Dammverteidigung im Hochwasserfall und für Unterhaltungsarbeiten (Dammverteidigungswege). Die wesentlichen Arbeiten sind:      

  1. Abflachung der Dammböschungen    
  2. Verbreiterung des Dammes    
  3. Ausgleich von Fehlhöhen    
  4. Herstellen eines durchgehenden Dammverteidigungsweges auf der landseitigen Berme    
  5. Schaffen der baumfreien Zone entlang des Dammes    
  6. Teilweiser Abtrag des alten Dammes    
  7. Wiederherstellen aller Wegebeziehungen    
  8. Abriss von alten Bunkern im Dammkörper    
  9. Fäll- und Rodungsarbeiten    
  10. Verlegen eines Teilstücks einer NATO-Pipeline    
  11. Anpassung von Be- und Entwässerungsleitungen    
  12. Ansaat der neuen Dammvegetation 

Auch über die Winterferien wird der Hochwasserschutz in den Damm-Baustellen gewährleistet sein - mit baulichen Vorsorgemaßnahmen, den Hochwasserschutzplänen sowie der eingerichteten Rufbereitschaft sind alle Beteiligten sehr gut auf diese Zeit vorbereitet.

(Quelle: RPK/HIN)