Gute Wasserqualität

Erstellt: Dienstag, 08. Mai 2018

(joER). Nahezu alle Badegewässer in Baden-Württemberg haben eine hervorragende Wasserqualität. Dies geht aus der aktuellen Badegewässerkarte hervor, die einen Überblick über die 314 im vergangenen Jahr hygienisch überwachten Badestellen gibt. Erneut weisen nahezu alle Badegewässer in Baden-Württemberg eine hervorragende Wasserqualität auf. Dies geht aus der aktuellen Badegewässerkarte hervor, die einen Überblick über die 314 im vergangenen Jahr hygienisch überwachten Badestellen gibt. "Einem unbeschwerten Badevergnügen im Land steht demnach nichts entgegen", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha.

Das Baden in freier Natur gehört zu den beliebtesten Freizeitvergnügen in den Sommermonaten. Für ungetrübte Badefreuden muss die Wasserqualität in natürlichen Gewässern hygienisch einwandfrei sein. Daher werden die Badestellen im Land nach EU-Vorgaben überwacht.

"Im europäischen Vergleich erzielte Baden-Württemberg erneut überdurchschnittliche Ergebnisse", so Minister Lucha. Von den 314 in der Badesaison 2017 regelmäßig kontrollierten Badestellen seien 97 Prozent zum Baden "sehr gut" oder "gut geeignet".

Lediglich eine Badestelle sei mit rot, also mit mangelhaft, bewertet worden und habe zeitweilig hygienische Belastungen aufgewiesen, die vor allem auf eine große Anzahl von Wasservögeln zurückzuführen sei. Fünf Badestellen erreichten eine ausreichende Qualität und sind mit gelb markiert. Die Badestelle Aitrach im Landkreis Ravensburg wurde neu in die Beprobung aufgenommen. Sie wurde in der Karte mit weiß gekennzeichnet. Eine Einstufung erfolgt erst nach vier Jahren oder 16 Probeentnahmen.

Von den Gesundheitsämtern werden während der Badesaison, die in Baden-Württemberg in der Regel vom 1. Juni bis zum 15. September dauert, mindestens einmal im Monat Wasserproben entnommen und eine Untersuchung im Labor veranlasst. Aktuelle Ereignisse wie Wolkenbrüche können zu Einschwemmungen von Keimen oder Schadstoffen in die Gewässer führen.

Das Ministerium für Soziales und Integration rät daher, zusätzlich die an Badeseen aufgestellten Hinweise und Badewarnungen zu beachten. Aktuelle Informationen zur Wasserqualität während der Badesaison gibt es auf der im Internet eingestellten Badegewässerkarte oder können bei den Gemeinden und Gesundheitsämtern erfragt werden.

Vom Baden in Flüssen rät das Ministerium weiterhin ab, da diese – abgesehen von wenigen ausgewiesenen Badestellen – nicht zum Baden geeignet sind und amtlich auch nicht kontrolliert werden. Es sei daher nicht auszuschließen, dass an diesen Badestellen mikrobiologische Verunreinigungen oberhalb der geltenden Grenzwerte vorliegen.

Forschung für saubere Badegewässer

Im Forschungsvorhaben FLUSSHYGIENE haben Wissenschaftler ein Vorhersagesystem zur Prognose der Qualität von Badegewässern entwickelt.  Die Vorstellung von Projektergebnissen erfolgte am 8. Mai 2018 auf der Abschlusskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme "Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz".  

Deutschlands Flüsse sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich sauberer geworden. Allerdings liegen von den über 2000 nach EG-Badegewässerrichtlinie registrierten Badegewässern tatsächlich nur rund 30 an Flüssen. Dies hat seinen Grund: Die hygienische Wasserqualität schwankt in den meisten Fließgewässern so stark, dass gesundheitliche Risiken beim Baden in Flüssen schwer einzuschätzen sind.

Genau dies hat Wissenschaftler des Kompetenzzentrums Wasser Berlin veranlasst, im Rahmen des Forschungsvorhabens FLUSSHYGIENE für Spree und Havel ein online verfügbares Vorhersagesystem zu entwickeln, das Berlinerinnen und Berliner bei der Planung von Badeausflügen nutzen können.  Mit diesem als Prototyp an den Start gehenden Systems können plötzlich auftretende hygienische Gewässerverschmutzungen, wie sie besonders nach starken Regenfällen auftreten, ortsgenau vorhergesagt werden.

Hierbei handelt es sich um ein statistisches Rechenmodell, das mit kontinuierlich im Land Berlin erhobenen digitalen Gewässer- und Regenwetterdaten gefüttert wird.  Pünktlich zur Badesaison soll der Prototyp als Web-Anwendung mit Beteiligung der Berliner Wasserbetriebe, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und der Technologiestiftung Berlin an den Start gehen und in dieser Saison auf Zuverlässigkeit getestet werden.

"Für uns war es eine besondere Herausforderung, das Vorhersagesystem mit echten Gewässerproben entlang von Spree und Havel zu kalibrieren”, berichtet die Projektleiterin Dr. Pascale Rouault. "Hierzu waren wir ja gerade auf Schlechtwetterperioden angewiesen. Die jetzt verfügbare gute Datenlage verdanken wir kurioserweise dem legendär verregneten Sommer im letzten Jahr."

Die fachlichen Grundlagen und technischen Voraussetzungen für das Vorhersagesystem werden im Rahmen der Abschlusskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme ReWaM am 8. Mai 2018 von Frau Rouault vorgestellt.  Das vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin koordinierte Vorhaben FLUSSHYGIENE ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme "Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz (ReWaM)" im Förderschwerpunkt "Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)".  Am Vorhaben sind insgesamt 10 Verbundpartner aus Abwasserentsorgungsbetrieben, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Verbänden und Behörden beteiligt.

siehe auch: Mikroplastik in Gewässern

   Sozialministerium: Bestellung der Badegewässerkarte

   Landesanstalt für Umwelt: Interaktive Karte "Badegewässer"

(Quelle: SM.bw/HIN)