InfoBad im Wald

Erstellt: Montag, 07. Mai 2018

Bühl (joER). Mitglieder des Bühler Wirtschaftsrats und der Bühler Wirtschaftsrunde haben auf Einladung der Stadtverwaltung ein informatives Bad im Wald genommen. Wie bei der jährlichen Waldbegehung mit dem Gemeinderat, rückte für einen Nachmittag der Wald in den Mittelpunkt. Dabei informierte nicht nur Förster Martin Damm, der Leiter des städtischen Forstbetriebs, auch eine Delegation des Nationalparks Schwarzwald wanderte mit. Martin Damm war es wichtig, nicht nur Zahlen, Daten und Fakten zu liefern, der Förster wollte vor allem Verständnis und Emotionen transportieren – gepaart mit etwas Geschichte.

Zum Auftakt auf dem Bunkerweg ging es entlang der Schwarzwaldhochstraße. Hier verlief beim Zweiten Weltkrieg der zweite Verteidigungswall gegenüber Frankreich. Bei der Wiederaufforstung wurde damals zur Fichte gegriffen, eine als Bauholz gefragte  Baumart, mit der Geld verdient werden konnte, was die nun vorherrschende Monokultur in diesem Bereich erklärt.

Die Waldbewirtschaftung verglich Damm allgemein "mit einem Ozeanriesen, an dem man das Steuer nicht so leicht herumreißen" könne. Seien früher die Ernte entscheidend gewesen und die Punkte Schutz und Erholung eher "im Kielwasser" aufgetaucht, gebe es heute drei Kapitäne: Schutz, Erhaltung und Ökonomie seien gleichberechtigte Ansprüche. 

Glücklich zeigte sich Damm darüber, dass der Nationalparkgedanke einst aufgekommen ist – auch wenn er dadurch "seinen" Wald abgeben musste, als eine Fläche von der Stadt Bühl an den Nationalpark überging. Was seitdem in den vergangenen vier Jahren passierte, darüber informierten Vertreter des Nationalparks anschaulich.

Beim Blick in den "Bühler Nationalpark" erfuhr die Gruppe, dass es sich um einen "Entwicklungsnationalpark" handelt. "Der Nationalpark hat noch 30 Jahre Zeit, sich zu entwickeln", betonte Madeleine Ehinger. Sie stellte die verschiedenen Zonierungen vor. Während man die sogenannte Kernzone der Natur überlassen möchte, gilt in der Managementzone am Rand des Nationalparks die Bekämpfung des Borkenkäfers als Hauptziel. Der Käfer sei in den vier Jahren intensiv erforscht worden, man habe viel über ihn erfahren, erklärte Bernd Schindler.

Rangerin Annette Söllner veranlasste die Teilnehmer mit einer meditativen Übung, im Wald in sich zu gehen. "Waldbaden stärkt das Immunsystem", betonte Söllner. Schlusspunkt der Begehung des "Wohlfühlbereichs Wald" (Martin Damm) war der Sandsee, wo der Nationalpark vor Kurzem Sitzbänke aufgestellt hat, die zu einer Rast einladen.

Abschließend lief die Gruppe noch zur Heidelberger Hütte, die das BITS und die Stadtverwaltung zu einer Tagungslocation für Bühler Firmen verwandeln möchten. Wirtschaftsförderin Corina Bergmaier stellte die Ergebnisse des Studentenwettbewerbs mit der Fakultät für Architektur des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) vor.

(Quelle: StVwBH/HIN)