LEADER 2014 – 2020

Erstellt: Dienstag, 03. April 2018

(proh). In den letzten vier Monaten habe es eine erfreuliche Entwicklung bei den Anfragen nach Förderung privater Projekte gegeben. Aber nicht jede Idee, die das Regionalmanagement erreicht, wird dann auch wirklich ein LEADER-Projekt. "Zunächst klären gemeinsam mit dem Projektträger, welche Zielsetzungen mit der Projektidee verfolgt werden, wie diese umgesetzt werden könnten und ob sie die Ziele der LEADER-Region Mittelbaden unterstützen. Denn nur dann können wir ein Vorhaben überhaupt mit unseren Fördermitteln unterstützen", erklärt die Geschäftsführerin Dr. Antje Wurz.

Fast zwei Jahre nach dem Eintritt in die Projektförderung hat der LEADER-Prozess in der Region Mittelbaden eine eigene Dynamik erhalten. "Wir haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits sechs Projekte verabschiedet - das war in den Jahren 2015 und 2016 jeweils das Ergebnis des ganzen Jahres!", berichtet Vereinsvorsitzender Claus Haberecht. Bis ein Projekt tatsächlich beschlussreif sei, vergehe oft ein ganzes Jahr, da die Ideen zu Beginn häufig noch sehr vage seien und die Finanzierung meist noch unklar, eventuell Genehmigungen eingeholt und vor allem die Projektkosten realistisch abgeschätzt werden müssten. "Dieser Schritt ist die größte Herausforderung für unsere Antragsteller." 

Insgesamt wurden seit Oktober 2015 18 Projekte beschlossen. Zwölf Projekte mit einem Fördermittelvolumen von insgesamt rund 522'000,- € sind bereits vom Regierungspräsidium oder der L-Bank bewilligt worden. Sie werden gerade umgesetzt, fünf Projekte sind bereits abgeschlossen. Für sechs weitere Projekte mit einem Fördermittelvolumen von insgesamt rund 397'000,- € läuft das Bewilligungsverfahren noch.

Bei drei dieser Projekte ist kurzfristig mit einer Bewilligung zu rechnen. "Unsere Zuschüsse decken immer nur einen Teil der Investitionskosten. Den Rest trägt der Projektträger. Insgesamt fließen über die bisher beschlossenen Projekte Investitionen in Höhe von 2,02 Mio. € in die Region. Doch wie lassen sich diese Investitionen beurteilen? Welche Entwicklungen lösen sie aus? Sieben der beschlossenen Projekte sind sogenannte Startprojekte, zwei weitere Startprojekte könnten nach interner Abstimmung mit den Projektträgern noch hinzukommen.

Zwölf Startprojekte nennt das regionale Entwicklungskonzept für alle fünf Handlungsfelder zusammen. Sie sollen die regionale Entwicklung zu Beginn der LEADER-Förderperiode in jeder Region anstoßen. "Wenn wir tatsächlich neun von zwölf Startprojekten umsetzen, können wir sehr zufrieden sein. Nachsteuern müssen wir allerdings im Handlungsfeld "Lebensqualität im Dorf", da haben wir bisher noch kein Projekt", fasst der Vereinsvorsitzende und Dezernent Claus Haberecht zusammen. Besonders viele Projekte gebe es in den Bereichen "Naturschutz und Landschaftspflege" sowie "Freizeit und Tourismus".

Überraschend sei die Entwicklung bei Handlungsfeld "Heimat- und Kulturpflege", in dem nicht nur mehr Projekte eingereicht worden seien, als man vorher erwartet habe, sondern mit Projekten wie der "Artothek - Mobile Skulpturen" auch auf europäischer Ebene Aufmerksamkeit erzielt worden sei. "Darüber freuen wir uns natürlich sehr - vielleicht entwickeln wir uns zu einer Kulturregion!"

Entwicklungsprozesse und Folgeprojekte auf dem Weg

Drei der abgeschlossenen Projekte sind Konzeptionen, die Folgeprojekte nach sich ziehen sollen: wie der Masterplan für die Schwarzwaldhochstraße. Bei diesen Projekten haben projektbezogene Lenkungsgruppen die Aufgabe, die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmenpakete voranzutreiben und konkrete Projekte zu initiieren.

Beim Masterplan läuft derzeit noch die Abstimmung mit zwei weiteren Großkonzeptionen, dem Verkehrskonzept des Nationalparks und der Tourismuskonzeption der Nationalparkregion. Haberecht, der diese Lenkungsgruppe koordiniert, führt aus: "Wir werden bei der Umsetzung des Masterplans bei den Ideen ansetzen, die der Schwarzwaldhochstraße eine neue touristische Identität verleihen und damit Bedingung für weitere touristische Leuchttürme sind." 

In den Reblandgemeinden der Region sind durch das Reblagen-Entwicklungskonzept zahlreiche Aktivitäten angestoßen worden. Die Verknüpfung von Wein, Landschaft, Tourismus und Gastronomie ist Ausgangspunkt für mehrere private Projektideen, die als LEADER-Projekte beantragt werden sollen. In neuen themenübergreifenden Arbeitsgruppen entwickeln Winzer, Gemeinde- und Behördenvertreter, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe zusammen mit Touristikern übergreifende Problemlösungen und Projektideen, um die typische Kulturlandschaft des Reblands durch neue Nutzungsansätze zu erhalten und aufzuwerten.

Die Gemeinden im Rebland arbeiten gemeinsam mit Gemeinden im Ortenaukreis, den Landkreisen Rastatt und Ortenaukreis und den beiden LEADER-Regionen Mittelbaden und Ortenau an einen Kooperationsprojekt zur Attraktivierung des Ortenauer Weinpfades. 

"In den letzten zwei Jahren sind durch LEADER hier in der Region und darüber hinaus zahlreiche Entwicklungs- und Abstimmungsprozesse in Gang gekommen, die es sonst nicht gegeben hätte. Daran zeigt sich, dass LEADER weit mehr ist als nur ein Förderprogramm. Wir können damit aktiv Regionalentwicklung betreiben, die bei den Menschen in der Region ansetzt und von ihnen aktiv gestaltet werden kann", verdeutlicht der LEADER-Vorsitzende Haberecht.

Zwei Jahre nach dem Start habe LEADER eine feste Position in der Region erreicht und sei gut mit anderen Akteuren und Organisationen wie Naturpark und Nationalpark vernetzt. Auch die Zusammenarbeit mit den benachbarten LEADER-Regionen Nordschwarzwald und Ortenau laufe gut und lasse künftig noch mehr gemeinsame Projekte erwarten. 

Die anstehende Halbzeitbilanz des Förderprogramms zum Jahreswechsel wird auch die Schwerpunkte der LEADER-Region Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße im nächsten halben Jahr bestimmen. Mit den kommenden Projektaufrufen sollen die Projekte, die schon sehr weit vorbereitet sind, noch auf den Weg gebracht werden und gezielt die Handlungsfelder gefördert werden, auf denen bisher weniger Projekte eingegangen sind.

Der nächste Projektaufruf startet Anfang September. Im Oktober findet das zweite Regionalforum Mittelbaden statt. Bei dieser Veranstaltung möchte die LEADER-Kulisse öffentlich eine Zwischenbilanz ziehen, das bisher Erreichte interessierten Bürgern aus der Region vorstellen und mögliche Schwerpunktverschiebungen und Rückkopplungen für den regionalen Entwicklungsprozess diskutieren.

Innovative Ideen werden gefördert!

Ob Ladestationen, Bürgerbusse, tolle Konzepte für Dorfläden oder ein Dorftreff für Jung und Alt - mit seinem ersten Projektaufruf in diesem Jahr möchte der Verein Regionalentwicklung Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße e. V. besonders zwei Handlungsfelder gezielt voranbringen. Klima- und Ressourcenschutz wie auch das Zusammenleben und die Lebensqualität in unseren Dörfern, diese Themenfelder gehören mit zu den wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft. Bisher gibt es aber in der LEADER-Region Mittelbaden zu diesen wichtigen Themen noch keine Projekte, die mithilfe von LEADER-Fördergeldern auf den Weg gebracht wurden. 

Seit dem 19.03.2018 können sich interessierte Personen wieder um Fördermittel für Projekte aus diesen Handlungsfeldern bewerben. Aber auch Ideen aus dem Themenbereich Naturschutz- und Landschaftspflege oder Kulturprojekte können im Rahmen dieses Aufrufs gefördert werden. Insgesamt stehen 250'000,- € an EU-Mitteln sowie ergänzend Fördermittel aus dem Haushalt des Landes Baden-Württemberg zur Förderung bereit.

Öffentliche und private Antragsteller können Fördermittel aus dem LEADER-Programm erhalten. „Viele wissen nicht, dass sie auch als Privatperson Fördermittel aus dem LEADER-Programm erhalten können. Auch für Vereine bieten wir verschiedene Fördermöglichkeiten. Vereinsprojekte können auch in Zusammenarbeit mit der Gemeinde finanziert, beantragt und realisiert werden“, führt Dr. Antje Wurz vom LEADER-Regionalmanagement aus.  

Kann Ihre Idee auch gefördert werden? Dazu nehmen interessierte Personen am besten mit der ⇒ Geschäftsstelle des Vereins Regionalentwicklung Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße e. V. Kontakt auf. Eine Voraussetzung ist, dass das Vorhaben im geographisch festgelegten Gebiet der LEADER-Region umgesetzt wird und die Ziele der regionalen Entwicklung unterstützt. Der Stichtag für die Einreichung der Projekte ist der 15. April 2018. Private Projekte oder Projektinitiativen aus dem Murgtal sind besonders erwünscht, weil hier noch Entwicklungsbedarf besteht!

(Quelle: LMB.sh/HIN)