Mothern zu Besuch

Erstellt: Mittwoch, 18. Oktober 2017

LKR Rastatt (joER) Das Motherner Wörth rund um den Goldkanal war Ziel einer Exkursion des Motherner Gemeinderates unter Führung ihrer Bürgermeisterin Marie-Bernadette Butzerin. Begleitet wurde die Delegation bei der Begehung seines rechtsrheinischen Waldbesitzes in den Rheinauen auf der Gemarkung Elchesheim–Illingen von einem Team um Forstdirektor Heinz Wicht vom Forstamt des Landkreises Rastatt. Ein erster Höhepunkt bei dieser inzwischen schon traditionellen Erkundung war der Besuch bei der „Großmutter“. Wie die Auer Pappelriesen für Au am Rhein, ist „die Großmutter“ für Mothern die lokale Besonderheit.

Die mächtige, alte Silberweide mit rund 1,70 Meter Stammdurchmesser und einem geschätzten Alter von über 80 Jahren erntet bei jedem Wiedersehen ehrfürchtiges Erstaunen. Sie erfreut sich einer stabilen Gesundheit, wie sich alle überzeugen konnten.  Forstdirektor Heinz Wicht stellte die Grundinstandsetzung des Alleeweges zum Dreimarkstein vor, der durch Hochwasserschäden und Holztransport der letzten Jahre sehr beschädigt war.

Die Baumaßnahme konnte aus den Erträgen des Waldes finanziert werden. Sie stellt nun sicher, dass angrenzende Laubholzbestände in den kommenden Jahren durchforstet und gepflegt werden können. Erfreulich präsentierten sich die Eichenjungbestände aus dem Wiederaufbau nach Sturm Lothar. Die Erträge aus der Pappelzeitmischung haben die Investitionen in die Jungbestandspflege finanziell gestützt. Beigemischte Nussbäume, Wildbirnen und Wildäpfel unterstreichen dies durch reichliche Früchte auf dem Boden.  

Beim Marsch über den Trenndamm zwischen Goldkanal und Illinger Baggersee zum ehemaligen Kieswerksgelände informierte Wicht über den Stand der Kiesnutzung im Bereich der Goldkanalmündung auf Motherner Grund. Weiterhin erläuterte er den Stand des laufenden Genehmigungsverfahrens und die Diskussion zum Abbau der beiden Inseln im Goldkanal.

Zum Illinger Baggersee, der ganz im Eigentum der elsässischen Gemeinde steht, konnte er auf den erfolgreichen Abschluss der Renaturierung trotz des damals noch anhängigen Konkursverfahrens hinweisen. Auch der letzte „Halt“ am Rhein nördlich des Kieswerks unterstrich die gute Entwicklung des Waldbesitzes. Wo vor gerade sechs Jahren dem Ratsgremium noch eine „Kahlfläche“ gezeigt wurde, stehen aktuell bereits wieder über zehn Meter hohe Pappeln.

Ein Blick über den Rhein nach Mothern rundete die Waldbegehung ab.  Die Bürgermeisterin und die Gemeinderäte von Mothern zeigten sich nach der dreistündigen Erkundung sehr zufrieden mit der guten und intensiven Beratung und Betreuung durch das Forstamt Rastatt und Waldbetreuer Arthur Fütterer. Marie-Bernadette Butzerin bedankte sich bei der Forstdelegation des Landratsamtes für ihre Unterstützung bei den alljährlichen Forstarbeiten und der Vermittlung beim Holzverkauf. Von Forstdirektor Wicht, der zum Monatsende in den Ruhestand tritt, verabschiedete sie sich mit herzlichen Worten. 

(Quelle: Lara)