Katastrophen? Na und!

Erstellt: Freitag, 08. September 2017
(joe/PR). Eine Dürreperiode in Afrika, ein erschütterndes Erdbeben in Japan, der Tod eines Menschen – Katastrophen sind allgegenwärtig, im kleinen und im großen Maßstab. Dennoch berühren die meisten von ihnen nicht die eigene Lebenswelt und wir erfahren nur durch die Medien von ihnen. Wie aber stellen die Medien Katastrophen dar?

Die mediale Vermittlung ist ein wesentlicher Bestandteil einer Katastrophe. „Ihr ist ein kommunikativer Aspekt quasi eingeschrieben“, meinen die Herausgeber Solvejg Nitzke und Mark Schmitt im Vorwort zum Buch. Die Öffentlichkeit könne die Katastrophe schließlich nur in Form ihrer Repräsentation durch die Medien erfahren. „Und selbst diejenigen, die mit den Beinen im Hochwasser stehen, sind, um ihre Situation überhaupt einschätzen und bewältigen zu können, auf wissenschaftliche und mediale Vermittlung angewiesen.“

Wie aber stellen die Medien Katastrophen dar? Antworten auf die Frage geben die Autorinnen und Autoren in neun Aufsätzen: In dem Buch „Katastrophen – Konfrontationen mit dem Realen“ untersuchen Autoren der Ruhr-Universität die Darstellungen von Katastrophen in Romanen, Gedichten, Essays und Filmen.

Mark Schmitt, Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität, analysiert zum Beispiel Filme zu den Terroranschlägen vom 11. September. Monika Schmitz-Emans, Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, widmet sich den literarischen Echos auf das große Erdbeben in Lissabon im Jahr 1755.

Andere Texte behandeln die Darstellung des Reaktorunglücks in Tschernobyl oder des Elbhochwassers 2002. Abschließend erklärt Solvejg Nitzke, Doktorandin am Lehrstuhl für Neugermanistik, welche Rolle Erzählungen vom Ende der Menschheit in Debatten um das Verhältnis von Mensch und Natur spielen.

S. Nitzke, M. Schmitt, Hrsg. (2012): Katastrophen – Konfrontationen mit dem Realen, Christian A. Bachmann-Verlag, ISBN 978-3-941030-12-1

In dem Buch „Katastrophen – Konfrontationen mit dem Realen“ untersuchen Autoren der Ruhr-Universität die Darstellungen von Katastrophen in Romanen, Gedichten, Essays und Filmen.