Schutz bedrohter Vögel

Erstellt: Freitag, 21. Dezember 2018

LKR Rastatt (proh). Zum Schutz seltener Vogelarten wird in den kommenden Wochen ein Unternehmen im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe Landschaftspflegearbeiten im Naturschutzgebiet Waldhägenich durchführen. Die Erhaltung der durch Grünland geprägten Kulturlandschaft als Brut-, Nahrungs- und Rastbiotop für die in den Wiesenlandschaften des Oberrheingebietes heimische, zunehmend bedrohte Tierwelt ist eines der Schutzzwecke des 1989 ausgewiesenen Naturschutzgebietes.  Im Waldhägenich brüteten einst Bodenbrüter in hoher Zahl.

Bodenbrüter - zum Beispiel der Kiebitz (Vanellus vanellus) oder der Große Brachvogel (Numenius arquata) - sind Vogelarten, die in weiten, offenen Wiesen- und Ackerflächen auf dem Boden ihre Nester anlegen. Leider nahmen die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten stark ab und im Gebiet brüten aktuell keine der genannten Arten mehr.  

Um das Waldhägenich für Bodenbrüter wieder attraktiver zu gestalten, wurden bereits letztes Jahr erste Maßnahmen vom Regierungspräsidium Karlsruhe umgesetzt. Das Naturschutzgebiet Waldhägenich liegt auf dem Gebiet der Stadt Bühl und auf dem Gebiet der Gemeinden Bühlertal und Ottersweier im Landkreis Rastatt. 

Nach Abstimmungsgesprächen mit der Stadt Bühl, dem Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl und der Stiftung Waldhägenich sind vom Regierungspräsidium Karlsruhe in diesem Winterhalbjahr weitere Maßnahmen beauftragt. Ein ortsansässiger Landschaftspflegebetrieb wird in den kommenden Tagen einige Bäume entlang des Grabens im Rückhaltebecken entfernen und auf den Wiesen zwei sogenannte Flutmulden anlegen.  

Mulden, in denen nach größeren Regenperioden im Frühjahr längere Zeit das Wasser steht, erleichtern Bodenbrütern die Nahrungssuche und bieten auch vielen Zugvögeln einen wichtigen Rast- und Nahrungsraum.  Lena Zech vom Referat Naturschutz und Landschaftspflege koordiniert im Regierungspräsidium die Maßnahmen, die vor Ort von Dr. Martin Boschert vom Büro Bioplan Bühl und Schutzgebietsbetreuer Joachim Doll begleitet werden.

 (Quelle: RPK/HIN)