Beweidung "Alter Flugplatz"

Erstellt: Montag, 24. September 2018

FlughafenWEIDEKarlsruhe (proh). Beweidung des Naturschutzgebietes "Alter Flugplatz Karlsruhe" wurde in den vergangenen Jahren erfolgreich im nördlichen, eingezäunten Bereich durchgeführt. Esel, Schafe und Ziegen haben sehr gute Arbeit geleistet und konnten eine Verbuschung des Gebietes verhindern.  In der letzten Septemberwoche wird die Beweidung nun ausgedehnt auf die Flächen südlich des Weges zwischen New-York-Straße und S-Bahn-Haltestelle Kurt-Schumacher-Straße. Zuvor werden vom Tierhalter mobile Zaunelemente aufgestellt.

Die Weidetiere folgen dann unmittelbar und können auf ihrem Weg ins neue Gebiet noch Gräser und Gehölze, vorwiegend Amerikanische Traubenkirschen und Brombeeren, abweiden. Die Tiere werden zunächst nahe der New-York-Straße stehen und danach im westlichen Schutzgebietsteil eine große Weidefläche erhalten.

Zur Verrin­ge­rung der vielfäl­ti­gen Konflikte des stadt­na­hen Na­tur­schutz­ge­bie­tes gilt es, die am Schutz­ge­biet wohnen­de ­Be­völ­ke­rung in die Betreuung des Schutz­ge­bie­tes einzu­bin­den. Hierzu arbeitet der Umwelt- und Arbeits­schutz mit un­ter­schied­lichs­ten Akteuren zusammen, die aus ebenso un­ter­schied­li­chen Inten­tio­nen Interesse am Gebiet haben und freund­lich auftretend in dem Gebiet infor­mie­ren, "ein Auge dar­auf werfen", Pflege­maß­nah­men durch­füh­ren oder Müll sammeln.

Das Netzwerk setzt sich aus Behörden, den Bürger­ver­ei­nen, dem Tier­hal­ter, der Jäger­ge­mein­schaft, den Sauber­keit­spa­ten, den Mit­glie­dern des Ehren­amt­li­chen Natur­schutz­diens­tes, den Na­tur­schutz­ver­bän­den, Auftrag­neh­mern zur Umsetzung von Pfle­ge­maß­nah­men, den angren­zen­den Schulen sowie vielen Ein­zel­per­so­nen zusammen, die sich nicht insti­tu­tio­nell binden möch­ten, sich aber zur Mithilfe bereit erklärt haben.

Durch­ ­diese unter­schied­lichs­ten Perso­nen­grup­pen wurde erreicht, dass das Schutz­ge­biet von der Bevöl­ke­rung "getragen" und wert­ge­schätzt wird sowie im Sinne der Umwelt­ge­rech­tig­keit die Be­deu­tung und der Nutzen des Schutz­ge­bie­tes und der Erhal­tung ­der Biolo­gi­schen Vielfalt in die Gesell­schaft getragen wird.

Letzten Winter wurde dort die Pflegefläche von Menschenhand angelegt, nun übernehmen Esel & Co. die Nachpflege. Tierhalter und Naturschutzverwaltung bitten die Bevölkerung, das Weideprojekt zu unterstützen und wenige einfache Regeln des Naturschutzgebietes einzuhalten. Die beiden wichtigsten Regeln sind, die vorgegebenen Wege nicht zu verlassen und die Wild-und Weidetiere nicht zu füttern.

Hunde müssen an der Leine und auf den Wegen geführt werden, denn die Weidetiere sollen natürlich nicht gestört werden. Der trockene Sommer ist den Weidetieren gut bekommen, sie erhielten täglich Wasser und es war trotz des kargen Bewuchses der Weideflächen nicht erforderlich, Heu zuzufüttern. Auch auf den "neuen" Weideflächen benötigen die Tiere nur Wasser, das ihnen täglich vom Tierhalter gebracht wird.

Aufmerksame Besucherinnen und Besucher des Gebietes haben vermutlich in den vergangenen Wochen hin und wieder Arbeitspferde im Einsatz gesehen. Die Pferde dienen der Pflege des Gebietes. Konkret wurde eine Möglichkeit erprobt, die durch den nassen Winter bedingte Vermoosung natürlich und schonend zu reduzieren. Die ersten Ergebnisse nach der Umsetzung sind erfolgversprechend.

siehe auch:

Altlasten am 'Alten Flugplatz'

Ein Esel kommt selten allein 

Faltblatt "Alter Flugplatz Karlsruhe"

(Quelle: StVwKA/HIN)