Botschafter für den Artenschutz

Erstellt: Mittwoch, 08. November 2017

Karlsruhe (proh). Der Zoo hat einen neuen Artenschutz-Botschafter: Der Showmaster Frank Elstner setzt sich gemeinsam mit Karlsruher Zooleiter Dr. Matthias Reinschmidt vehement für den Schutz bedrohter Arten ein. Reinschmidt und Oberbürgermeister Frank Mentrup nannten den Fernsehmoderator Elstner bei dessen Vorstellung einen Vorkämpfer für den Artenschutz. Gemeinsam mit Zoodirektor Reinschmidt setzt sich Elstner seit Jahren für den Schutz bedrohter Arten ein; und er will sein Engagement noch erweitern.

"Ich bin der Journalist, der Fragen stellt, Dr. Reinschmidt ist der Biologe, der erklärt", umschreibt Frank Elstner die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Matthias Reinschmidt. Seit 2010 führten die Beiden abenteuerliche Reisen nach Brasilien, Indonesien, Australien, Sri Lanka und jetzt auch Afrika.

Elstner schilderte bei seinem Besuch in Karlsruhe, wie die Zusammenarbeit begann: Nachdem Reinschmidt, damals noch als Kurator und anerkannten Papageienexperten der Loro Parque Fundación auf Teneriffa, die Nachzucht des in der Natur ausgestorbenen Kleinen Blauen Ara (Cyanopsitta spixii) gelungen war, brachte ihn das auf alle Titelseiten, was dazu führte, dass Elstner ihn in seine Sendung 'Menschen der Woche' einlud.

Die erste gemeinsame Filmreise nach Brasilien, in die Heimat des Spix-Ara, wurde durchgeführt. Reinschmidt erlebte dabei Elstner als "total geländegängigen Freilandbiologen". Journalist und TV-Legende Elstner reist seitdem um die Welt und setzt sich zusammen mit seinem Freund ("Es entstand eine tiefe Freundschaft"), dem Zoodirektor, Biologen und Tierphysiologen Dr. Reinschmidt, für verschiedene Bereiche des Artenschutzes ein, wobei ihnen auch immer das Zusammenleben von Mensch und Tier in den verschiedensten Regionen der Welt wichtig erscheint.

'Elstners Reisen' ist längst zu einer Art 'Klassenausflug' geworden", wie es der Produzent der Serie, Christian Ehrlich, formuliert. "Mich begeistern unsere Touren noch immer, wegen der tollen Stimmung und dem gleichzeitig ernsten Anliegen, das wir in die deutschen Wohnzimmer bringen wollen. Aber auch, weil dies eine Sendung ist, mit der man wirklich etwas 'bewegen' kann ... eine 90-minütige Naturreportage, ausgestrahlt an einem Samstag zur besten Sendezeit, das gibt es halt sonst nicht (mehr) im deutschen Fernsehen."

Moderator Elstner berührte besonders die Begegnung mit einem Breitmaul-Nashornbullen. Der Bulle ist unfruchtbar, der letzte seiner Art - es gibt nur noch zwei weibliche Tiere. Die Hoffnung, durch künstliche Befruchtung die Art doch noch zu erhalten, ist Thema im Film über ihre fünften Reise nach Kenia, die im kommenden Frühjahr ausgestrahlt wird - und vielleicht in einem zweiten Buch dokumentiert wird.

Vor allem jene Menschen wollen Elstner und Reinschmidt unterstützen, die sich vehement für bedrohte Tiere engagieren. Nach den vielen Begegnungen sei für ihn klar gewesen, "dass jeder etwas tun kann - und dass es höchste Zeit ist, damit anzufangen", bekräftigt Elster sein Engagement. Sehr viele besondere Momente habe es auf ihren Reisen gegeben, sind sich Reinschmidt und Elstner einig, von denen einige jetzt in Buchform der Öffentlichkeit näher gebracht werden. 

ARTENSCHATZ

Im Exotenhaus des Karlsruher Zoos fand die Vorstellung des Buchs "ArtenSchatz: Unsere abenteuerlichen Reisen zu mutigen Menschen und faszinierenden Tieren" statt, das über gemeinsame Projekte für die SWR-Reihe "Elstners Reisen" berichtet - in erster Linie jedoch die Werbetrommel für den Artenschutz rührt. "Matthias Reinschmidt hat ein wunderbares Hobby - er fotografiert leidenschaftlich und wir hatten auf einmal tausende Fotos. Und da schreit es einfach danach, die auch anderen Menschen zu zeigen", erklärt Elstner, wie es zu dem Buch kam. Die Schwierigkeit hätte sich ergeben, aus der Vielfalt die Geeignetsten herauszusuchen. 

Das Buch stelle die Schönheit der bedrohten Tierarten, aber auch Menschen vor, die sich mit Herzblut um diese kümmern, so OB Dr. Frank Mentrup in seiner Ansprache.

Der Titel des Buches beruht auf einem Versprecher Elsners, der sofort grossen Anklang fand - ein genialer Fehler eben. "Wir waren sofort begeistert", erzählt Reinschmidt. "Genau das ist es, was wir auf unserer Erde haben und was wir bewahren und hüten müssen: unseren Artenschatz."

Die Reise beginnt mit heiteren Anekdoten, ohne die Ernsthaftigkeit aus den Augen zu verlieren, die das Tierwohl mit sich bringt. Sei es die Tragödie der Spix-Ara, das Navigationssystem der Orang-Utans, die 'magischen Kräfte' der Elefanten, aber auch das gewissenlose Treiben von Tierhändlern - ein leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt bedrohter Tierarten.

Vier Reisen werden im Artenschatz für den Leser nacherlebbar:

  1. Die Reise nach Brasilien zu den Papageien
  2. Die Reise nach Borneo zu den Oran-Utans
  3. Die Reise nach Australien zu den Koalas
  4. Die Reise nach Sri Lanka zu den Elefanten

Der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe gilt das letzte Kapitel des reich bebilderten Bands. Engagement für Artenschutzprojekte im Freiland ist nach Reinschmidts Verständnis auch eine wichtige Aufgabe der Tierparke. "Mit den Botschaftertieren im Zoo kann Interesse geweckt werden", schreibt er und stellt das Engagement der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe für Biodiversität in Ecuador, indonesischen Kakadu-Arten und Elefanten in Sri Lanka vor.

Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt erzählt übrigens am Donnerstag, 23. November 2017, im Exotenhaus über die Filmreihe "Elstners Reisen". Denn dass es bei diesen Reisen interessante Erlebnisse auch neben den in den Filmen gezeigten Passagen gab, liegt in der Natur der Sache - respektive in der festgelegten Länge der Doku-Reihe.

Welche Tierbegegnungen in der Natur den Zoodirektor am meisten beeindruckt haben und welche spannenden Geschichten es über die Menschen, die mit den Tieren in ihren Ursprungsländern zu tun haben, zu berichten gibt, wird Reinschmidt in seinem kurzweiligen Vortrag mit vielen Bildern erläutern. 

Der Abend ist Teil einer Herbst-Winter-Vortragsreihe mit dem KIT im Zoo. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.15 Uhr im Vortragsraum des Exotenhauses. Der Einlass ist ausschließlich über die Ettlinger Straße 4b ab 18 Uhr möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahmekapazität ist aus Platzgründen jedoch begrenzt.

Dr. Reinschmidt wird zudem an zwei Terminen das Buch "ArtenSchatz" sowie den Kalender der Zoofreunde Karlsruhe signieren. Am Freitag, 24. November, sind Bücher und Kalender auf der Tribüne des Exotenhauses im Zoo Karlsruhe von 14 bis 15 Uhr zu erwerben, diese werden dann nach Wunsch mit persönlichen Widmungen des Zoodirektors versehen. Der Kalender enthält jahreszeitliche Bildmotive einiger Tiere des Zoos.

Die Erlöse der verkauften Produkte gehen an die Zoofreunde Karlsruhe, die aktuell für das Projekt einer Insel für die Kattas Geld sammeln. In der Tourist-Information gegenüber des Karlsruher Hauptbahnhofs werden Bücher und Kalender am Donnerstag, 30. November, von 17 bis 18 Uhr angeboten. Auch dort wird Reinschmidt diese signieren. Die Erlöse gehen an die Zoofreunde sowie an die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe.

Botschafter für den Karlsruher Zoo

OB Frank Mentrup ernannte Frank Elstner zum ersten offiziellen Botschafter der Stiftung: "Ein undotierter, aber verpflichtender Titel." Für dem Moderator bedeutet dies, dass er weiterhin für den Karlsruher Zoo und seine Stiftung werben wird, eine Stiftung, die mit Frank Elstner am Mittwoch ihren ersten Botschafter bekam. "Mit ihm haben wir ein Flaggschiff für den Artenschutz gewonnen", freut sich Reinschmidt bei der Überreichung der Urkunde durch OB Mentrup.  

Unter dem Motto "Ausge­rot­tet heißt: Verloren für immer" wurde 2001 die Stiftung Arten­schutz als eine Gemein­schaft­si­ni­tia­tive mehrerer Partner (Zoos und Tierparke, Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen, Wirtschafts­un­ter­neh­men und private Förderer) mit dem Ziel gegründet, existen­ti­ell gefährdete Tierarten zu erhalten und ihre ursprüng­li­chen Lebens­räume zu schützen. Dabei unter­stützt die Stiftung Projekte zur Rettung solcher Arten, die unmit­tel­bar vor der Ausrot­tung stehen, für deren Schutz es bislang jedoch keine ausrei­chende finan­zi­elle Basis gibt.

Die Projekt­maß­nah­men verteilen sich rund um den Globus und sehen folgende Schutz­maß­nah­men vor:

  • unmit­tel­bare Schutz­maß­nah­men und Regene­ra­tion des Lebens­rau­mes
  • Ausbau des örtlichen Natur- und Arten­schutz­ma­na­ge­ments
  • Aufklärung und Öffent­lich­keits­ar­beit
  • Schaffung von Arbeitsplät­zen im lokalen Natur- und Arten­schutz
  • Aus- und Weiter­bil­dung der einhei­mi­schen Bevöl­ke­rung

Der erste offizi­el­len Botschaf­ter der 'Arten­schutz­stif­tung Zoo Karls­ruhe' kann mit seinem hohen Bekannt­heits­gra­d ­eine größere Publikumswirk­sam­keit für die Stiftung erzeugen - und die Fernsehikone Elstner sagte zu, dieser Aufgabe gerecht zu werden. "Über die Stiftung können Leser auch die ArtenSchatz-Projekte unterstützen", so Dr. Matthias Reinschmidt. 

siehe auch: 

  • Artenschutztag

    Karlsruhe ( proh ). Im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe steht am kommenden Sonntag, 10. September, der ganze Tag im Zeichen des Artenschutzes. "Für uns als Zoo ist es besonders wichtig, die Besucher für dieses Thema zu sensibilisieren.

 

(Quelle: GTVH.de/HIN/StVwKA)

 
ArtenSchatz 

Artenschatz  -  Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

Gütersloher Verlagshaus (13. November 2017)

ISBN-10: 3579086960

ISBN-13: 978-3579086965

 
 
 
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