Weinlese 2017

Erstellt: Dienstag, 26. September 2017

(Hero). Ende September und die Weinlese nimmt Fahrt auf. Der richtige Zeitpunkt also für erste Mengenschätzungen des Statistischen Landesamtes. Danach zeichnet sich zum Stand von Ende August für das Anbaugebiet Baden ein möglicher Mostertrag von 72 Hektoliter je Hektar (hl/ha) und für Württemberg von 78 hl/ha ab, bei wie immer ausgeprägten regionalen und sortenspezifischen Unterschie­den. Nach Einschätzung der Weinbausachverständigen des Statistischen Landesamtes war das Weinjahr 2017 landesweit durch die Frostnächte Mitte April mit Tiefsttemperaturen von bis zu minus 70C geprägt.

Bei dem bisherigen Umfang der Ertragsrebfläche von 26.600 ha ist mit einer voraus­sichtli­chen Weinmosternte im Land von 1,97 Millionen (Mill.) hl (884.000 hl Weiß- und 1,08 Mill. hl Rotmost) zu rechnen. Im Vorjahr waren 2,44 Mill. hl Weinmost (ohne Abstichverluste und Selbstbehalt der Erzeugerbetriebe), davon 1,08 Mill. Weiß- und 1,36 Mill. hl Rotmost, geherbstet worden.

Das langjährige Mittel 2007/2016 der Weinmosternte insgesamt im Land beläuft sich auf 2,30 Mill. hl, davon 972.000 hl Weiß- und 1,33 Mill. hl Rotmost. Zur diesjährigen Weinmosternte tragen nach derzeitigem Stand das Anbaugebiet Baden voraussichtlich 1,11 Mill. hl sowie das Anbaugebiet Würt­temberg 859.000 hl bei.  Inwiefern diese prognostizierten Schätzwerte letztendlich aber auch realisiert werden, hängt entscheidend vom Witterungsverlauf bis zur Lese ab.

Ertragskorrekturen, zwischenzeitlich Standard im baden‑württembergischen Qualitätsweinbau, sind nur vereinzelt Thema. Die Lese selbst wird allerdings hohe Anforderungen an Winzer und Weingärtner und die vielen helfenden Hände stellen. Die Trauben sind sehr kompakt mit der Neigung zum Abdrücken der Beeren. Damit muss mit verstärkter Tendenz zu Fäulnis gerechnet werden. Durch differenzierte Lese mit mehreren Durchgängen aber kann die Qualität des Weinjahrgangs 2017 entscheidend verbessert werden.

(Quelle: MLR.bw/HIN)