Neue Bäume für den Wald

Erstellt: Donnerstag, 27. April 2017

Karlsruhe (proh). Die Forstleute setzen bevorzugt auf die so genannte natürliche Waldverjüngung: Samen älterer Bäume fallen auf den Waldboden oder werden von Vögeln verbreitet. Sie keimen dann zu kleinen Sämlingen aus. Bei genügend Licht können sie weiter wachsen und begründen so die nächste Waldgeneration. Das reicht aber nicht immer aus. Dann greifen die Forstwirte zu Spaten und Hacke und pflanzen junge Bäume. Dafür ist das Frühjahr - neben den Herbst - die beste Zeit. Die Pflanzarbeiten erfolgen vor dem Austrieb der Bäume.

Die städtischen Forstleute haben in den letzten Wochen im Stadtwald 6.600 und im Staatswald 9.700 junge Bäume gepflanzt. Sie stammen aus speziellen Forstbaumschulen und müssen zahlreiche Qualitätsanforderungen erfüllen, zum Beispiel im Hinblick auf ihre Herkunft.

Jede Pflanzenlieferung wird überprüft und beprobt, um zu sehen, ob das Pflanzmaterial auch der Bestellung entspricht. Die Pflanzen sind meist drei bis vier Jahre alt und einen bis 1,50 Meter hoch. Zur einfacheren Pflege der jungen Waldkultur werden sie in Reihen gepflanzt. Wie in der Natur stehen sie eng beieinander, damit sie in die Höhe wachsen und später einmal einen geraden Stamm bilden.

Der Karlsruher Wald zeichnet sich durch viele verschiedene Baumarten aus, die in Mischbeständen wachsen. Dies spiegelt sich auch bei den Pflanzaktionen wider: Die Forstleuten haben in den Waldboden 16 verschiedene Baumarten gepflanzt. Dabei führen bei den Laubbäumen die Eichen die Hitliste an. Fast 3.000 Stieleichen bereichern nun den Stadtwald, über 2.200 Traubeneichen den Staatswald.

Die Stieleiche steht in den besser mit Wasser versorgten Böden, während die Traubeneiche auf trockenen Waldböden wie etwa im Hardtwald eingebracht wurde. In der Liste folgen dann Bergahorn, Erle, Buche, Kirsche, Esskastanie und Winterlinde sowie weitere Baumarten. "Gewinner" bei den Laubbäumen ist mit weitem Abstand die Kiefer: Im Hardtwald stehen 4.300 junge Kiefern, gefolgt von den etwa 2.000 Douglasien sowie wenigen Lärchen und Eiben. Die Douglasie gilt als klimastabil und soll dem Klimawandel trotzen. Zudem wächst sie schnell und kann dadurch viel CO2 speichern.

Jetzt ist von Bedeutung, dass die jungen Bäumchen für die Zeit des Anwachsens genügend Wasser bekommen. Daher hoffen die Forstleute auf weitere Niederschläge, denn die Wasservorräte in den Waldböden sind nach wie vor gering. Nach der Pflanzung werden die bepflanzten Flächen genau beobachtet. Bei Bedarf werden bedrängende und schädigende Pflanzen wie Schlinggewächse, Kermesbeere oder Brombeere mechanisch entfernt. Die Investition in die nächste Waldgeneration darf nicht verloren gehen, sondern muss in den ersten Jahren besonders gut gepflegt werden.

(Quelle: StVwKA/HIN)