Naturerbe schützen

Erstellt: Freitag, 06. Oktober 2017

Baiersbronn | Freudenstadt | Karlsruhe (joER). Das Flora-Fauna-Habitat (FFH) - Gebiet "Wilder See – Hornisgrinde und Oberes Murgtal" ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Ziel ist es, das europäische Naturerbe zu schützen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Für dieses Gebiet wird im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe momentan ein Managementplan erstellt. Dieser Plan liegt nun im Entwurf vor und kann in der Zeit vom 16. Oktober 2017 bis einschließlich 17. November 2017 öffentlich eingesehen werden.

Vom Murgtal bis zur Hornisgrinde erstreckt sich das FFH-Gebiet über eine Differenz von rund 740 Höhenmetern und schließt somit unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen ein. Es lässt sich in zwei sehr unterschiedliche Landschaften aufteilen: Das Teilgebiet "Wilder See – Hornisgrinde" ist sehr waldreich und deckt sich zum Großteil mit den Flächen des Nationalparks Schwarzwald. 

Neben den ausgedehnten Waldflächen liegt die Einzigartigkeit des Teilgebiets vor allem in den waldfreien Kuppenlagen mit Hochmooren sowie Grindenflächen mit weiten Zwergstrauchbeständen. Artenreiche Hochmoorlebensräume sind mit großer Ausdehnung auf der Hornisgrinde zu finden. Herausragende naturschutzfachliche Bedeutung haben die meist nach Osten abfallenden eiszeitlich geformten steilen Felsabstürze und Karwände.

Das östlich gelegene Teilgebiet "Oberes Murgtal" umfasst den Oberlauf der Murg zwischen Kirschbaumwasen und den Zuflüssen Rotmurg und Rechtmurg sowie die von Wiesen geprägten Hangbereiche der Seitentäler auf Baiersbronner Gemarkung. Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung ist die vielfältig und abwechslungsreich gegliederte Landschaft mit ihren reizvollen Tallandschaften, mit unzähligen kleinen und größeren Bachläufen, Wäldern und überwiegend gut gepflegten Wiesen und Weiden. Hier liegen große Flächen artenreicher, extensiv bewirtschafteter Grünlandbestände, die als magere Flachland-Mähwiesen kartiert wurden.

Im Managementplan werden Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten erfasst, die von europäischer Bedeutung sind. Für jeden dieser Lebensräume und jede FFH-Art werden Ziele formuliert und Maßnahmen vorgeschlagen. Sie dienen dazu, die besonderen Wiesen und Wälder sowie ausgewählte Tierarten in ihrer Größe und Qualität zu erhalten. Die gesammelten Informationen sind in einem Textteil sowie auf jeweils 14 Teilkarten flächengenau beschrieben und dargestellt.

Am 25. Oktober wird der Entwurf des Managementplans zudem in einem Gremium aus Interessenvertretern der Gemeinden, Verbände und Behörden vorgestellt und diskutiert. Bereits ab 16. Oktober kann er an folgenden Orten während der ortsüblichen Öffnungszeiten eingesehen werden:

  • Gemeinde Baiersbronn, Bauamt Zimmer 2, Oberdorfstr. 53, 72270 Baiersbronn, Öffnungszeiten: Montag - Freitag von 8:00 – 12:00 Uhr, Donnerstag 13:30 – 18:00 Uhr
  • Landratsamt Freudenstadt, Raum 237, Herrenfelder Str. 14, Freudenstadt, Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag von 8:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:00 Uhr, Freitag 08:30 – 12:00 Uhr
  • Regierungspräsidium Karlsruhe, 2. OG, Zi. 346, Karl-Friedrich-Straße 17, 76133 Karlsruhe, nach Anmeldung telefonisch (0721/926-4351).

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kommunen und Interessenvertreter werden gebeten, Vorschläge oder Anregungen einzubringen. Die Stellungnahmen können bis spätestens 24. November 2017 unter dem Betreff "7415-311 FFH-Managementplan" an das Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege, 76247 Karlsruhe oder per eMail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gesendet werden. Später eingehende Stellungnahmen können leider nicht mehr berücksichtigt werden.

Aus der Stellungnahme sollte hervorgehen, auf welche Flächen im FFH-Gebiet man sich bezieht. Hilfreich ist hier die Angabe der Flurstücks-Nummer sowie des Gemeinde- und Gemarkungsnamens oder die Markierung der angesprochenen Fläche auf einem Kartenausschnitt. Darüber hinaus sollte die Stellungnahme den Namen und die Anschrift des Einsenders enthalten.

(Quelle: RPK/HIN)