„Novemberlicht“-Stationen*

Erstellt: Freitag, 02. November 2018

Bühl (proh). Es ist ein Festival, das am Oberrhein seinesgleichen sucht. Vom 10. November bis 1. Dezember servieren die badisch-elsässischen Kulturtage in elf Kommunen facettenreiche Musik sowie Kabarett, Schauspiel und Geschichten in Mundart. Vier Mal lässt die Stadt Bühl dabei das „Novemberlicht“ im Elsass leuchten. Auch für diese Veranstaltungen jenseits des Rheins gibt es Karten im Bürgeramt, Telefon (0 72 23) 93 55 33, und im Bürgerhaus Neuer Markt, Telefon (0 72 23) 9 31 67 99. Bei entsprechender Nachfrage wird auch ein Bustransfer eingerichtet.

Den Auftakt im Elsass bildet die Zeitreise „Henner bei den Jenischen“ am 16. November in Drusenheim (12 Euro). „Wir freuen uns, dass wir solch ein anspruchsvolles Theaterstück auf unserem Festival haben“, betont Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Dabei erweckt Stéphane Jost, allein auf der Bühne, frei erfundene und sehr burleske Personen zum Leben: Henner, pfiffiger und spöttelnder Fahrender, dessen Frau Philomène und deren Sohn Franz.

Die Verwirklichung von „Henner bei den Jenischen“ ist ein langgehegter, bereits in den 70er-Jahren entstandener Wunsch von Roger Siffer. Für den Autor des Stücks ist das Schicksal dieser „blonden Zigeuner“ zutiefst mit der multikulturellen Geschichte des Elsass verbunden. Mit den Sprachen singend und jonglierend, die Aufführung mit tolldreisten Hirngespinsten von Henner und Philomène würzend, erzählt er das ebenso beschwerliche wie freie Leben der Jenischen in vergangenen Zeiten. 

Ein weiteres Theaterstück mit Francis Freyburger, ein, so Jokerst, „schauspielerisches Schwergewicht“, wird am 27. November im Stadttheater von Haguenau aufgeführt – zum Sonderpreis von 6 Euro. In „Ich ben a bessi Frau“, ganz im elsässischen Dialekt gespielt, stellt sich eine alte Frau in einem inneren Monolog ihrer Vergangenheit: einer von Gewalt und Fremdbestimmtheit vergeudeten Existenz. Diese feindliche Atmosphäre ohne Sanftheit und Mitgefühl überlebt sie unter einem Panzer von Boshaftigkeit – und inneren Träumen und Projektionen.

Für Chanson-Liebhaber ein absolutes Highlight ist der Abend „Heimatlieb“ mit dem bekannten elsässischen Liedermacher Robert-Frank Jacobi und Anita Pirmin-Lorin im Gemeindesaal von Marmoutier (10 Euro). Jacobi präsentiert am 24. November sein neues Programm, das ganz seiner Liebe zum Elsass gewidmet ist, und verspricht einen vergnüglichen und teilweise auch besinnlichen musikalischen Abend.

Den Abschluss setzen am 1. Dezember um 18 Uhr in Lichtenberg (10 Euro) Isabelle Grussenmeyer mit selbstkomponierten Liedern, die die Menschen berühren, und Gerd Birsner, der es mit ausschließlich akustischer Musik unter anderem zum ersten Kleinkunstpreisträger in Baden-Württemberg geschafft hat. Der Programmflyer mit allen Auftrittsorten und Künstlern des „Novemberlichts“ ist online abrufbar unter www.buehl.de.

BU: In „Henner bei den Jenischen“ erweckt Stéphane Jost, allein auf der Bühne, frei erfundene und sehr burleske Personen zum Leben und erzählt so das ebenso beschwerliche wie freie Leben der Jenischen in vergangenen Zeiten. 

(Quelle: StVwBH/HIN)