Arnold  Sesterheim verstorben

Erstellt: Montag, 13. August 2018

Rastatt | Ötigheim (proh). Der frühere Leiter der städtischen Musikschule Rastatt, Arnold Sesterheim, ist nach kurzer, schwerer Krankheit am Sonntag 69-jährig überraschend verstorben. Ab 1979 war er als hauptamtlicher Musiklehrer an der Musikschule tätig, die er von 2009 bis 2016 auch leitete, zuvor war er schon seit 1980 als Lehrkraft für Gitarre für die städtische Musikschule tätig. Arnold Sesterheim ging 2016 nach über drei Jahrzehnten Musikschule in den Ruhestand. Während seiner Dienstzeit hat Sesterheim das Gitarrenensemble der Musikschule aufgebaut, mit dem er zahlreiche Auftritte sowohl in Rastatt und Umgebung, als auch im Ausland erlebte.

Herausragend war sowohl das Engagement, mit dem Arnold Sesterheim seine persönliche Weiterbildung betrieb wie auch sein vielfältiger ehrenamtlicher Einsatz im Bereich der musikalischen Jugendbildung. Auf internationale Interpretationskurse bei Antonio Membrado in St. Paul en Chablais, Narciso Yepes in Paris und mit dem Ensemble Musica antiqua Wien folgten weitere Gitarrenstudien bei Alberto Ponce in Paris, immer bestrebt, sich zu vervollkommnen.

In knapp vier Jahrzehnten war er unter anderem mit der Durchführung des Wettbewerbs "Jugend musiziert" auf Kreisebene und mit unzähligen karitativen und jugendpflegerischen Konzerten in Rastatt betraut. Besonders zu erwähnen ist die Einführung des Klassenmusizierens an Rastatter Schulen und die Umsetzung des Landesförderprogramms "Singen-Bewegen-Sprechen" , das seit 2010 an vielen Kindertagesstätten in Rastatt und Umgebung erfolgreich durchgeführt wird.

Seine Initiative führte 1987 auch zu der Vereinsgründung der Gitarrenfreunde Rastatt e.V., deren musikalische Leitung er einige Jahre inne hatte.  Mit dem Mandolinen- und Gitarrenorchester Ötigheim e.V. war er ab seiner Übersiedlung vom Saarland im Jahre 1979 eng verbunden, zunächst als Pädagoge, als Spieler und  als Ratgeber. 21 Jahre lang leitete er das Hauptorchester des Vereins, das er mehrfach zu Erfolgen beim Deutschen Orchesterwettbewerb (darunter zwei 1. Preise 2000 und 2012) und damit zur Spitze im Bundesgebiet führte.

Die letzte große Unternehmung mit "seinem" Orchester führte 2016 im Zusammenwirken mit dem Universitäts-Chor Stuttgart-Hohenheim nach Rom mit drei Kirchenkonzerten , u.a. im Vatikan in der Kirche Santa Maria della Pietà. Im Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) zeichnete er mehr als 30 Jahre als Landesmusikleiter verantwortlich; viele Jahre war er auch im Landesmusikrat BW engagiert, u.a. als Mitglied in dessen Präsidium sowie als Vertreter im Rundfunkrat des SWR.

Er wirkte mit bei der Gründung des Jugendzupforchesters BW 1980 und des Jugendgitarrenorchesters BW 1991 und fungierte bis dato als deren künstlerischer Leiter. Für diese Ensembles war er an zahlreichen Rundfunk-, LP- und CD-Aufnahmen sowie Konzertreisen in Europa und Südamerika verantwortlich.  

Für seine immensen Verdienste um die Musik im allgemeinen und die Zupfmusik im besonderen erhielt Arnold Sesterheim 2011 vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg die Landesehrennadel sowie vom BDZ die Verdienstmedaillen in Bronze (1999), in Silber (2009) und in Gold (2018).

Sein, wie er selbst sagte, "positiver Zuständigkeitswahn" ließ ihn überall dort aktiv werden, wo seine Hilfe gebraucht wurde – bis zuletzt auch über das Maß des Menschenmöglichen hinaus. Seine besonderen Fähigkeiten als Pädagoge zeigten sich an den Erfolgen seiner Schülerinnen und Schüler bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben.  

♦ Die Beisetzung mit Trauerfeier auf dem Stadtfriedhof Rastatt wird voraussichtlich am Dienstag, 21. August 2018, erfolgen.

(Quelle: MGO.oet/HIN)