Volksschauspiele am Start

Erstellt: Freitag, 08. Juni 2018

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Ötigheim (proh). Auf der die mit 174 auf 62 Meter Deutschlands flächenmäßig größte Freilichtbühne sprengt Theater alle herkömmlichen Dimensionen: Bis zu 100'000 Besucher pilgern seit 1906 alljährlich in den mittelbadischen Ort, um vom 4'000 Sitzplätze umfassenden, überdachten Zuschauerraum aus, die einzigartigen Aufführungen zu genießen. Bis zu 600 Amateurdarsteller bevölkern dabei die riesige Bühne. Die Spielzeit 2018, die am 16. Juni beginnt, präsentiert eine Neuinszenierung und zwei Wiederaufnahmen.

Neben Carl Zellers launiger Operette "Der Vogelhändler" werden unter anderem das Schauspiel "Der Name der Rose" nach Umberto Eco und "Dschungelbuch – Das Musical" auf der Naturbühne zu sehen sein. Unvergängliche Melodien wie "Schenkt man sich Rosen in Tirol" oder "Ich bin die Christel von der Post" stehen gleich zu Beginn des Theatersommers auf Deutschlands größter Freilichtbühne im Zentrum.

Carl Zellers Operette "Der Vogelhändler" wird erstmals auf der Naturbühne zu sehen sein. Allein bei dieser Produktion sind 500 Mitwirkende beteiligt. Regie führt Manfred Straube, der in Ötigheim bereits mit zahlreichen Musiktheaterinszenierungen Maßstäbe setzte. Ein Verwirrspiel aus Korruption, Techtelmechteln und Eifersüchteleien und einem über 220 Stimmen starken Chor, das am 16. Juni Premiere feiert.

In diesem Jahr gibt es auf Grund von Doppelbesetzung und großartigen Gastsängern erstmals neben der Premiere A am 16. Juni, 20.00 Uhr auch eine Premiere B am 17. Juni, 14.30 Uhr (mit einer komplett andere Besetzung) es empfiehlt sich, auch diese zu beachten.

Eine furiose Kriminalgeschichte erwartet die Zuschauer ab 3. August: In "Der Name der Rose" löst Mönch William von Baskerville fünf Mordfälle in einer Benediktinerabtei. Das Schauspiel nach Umberto Eco nach dem großen Erfolg 2013 erneut in einer opulenten Bühnenfassung von Claus J. Frankl in einer Inszenierung von Rebekka Stanzel. Mystik, Mittelalter und Spannung auf Deutschlands größter Freilichtbühne!

"Dschungelbuch – Das Musical" bringen die Volksschauspiele für alle jungen Freilichtspielfans und Familien in einer Inszenierung von Fritz Müller auf die Bühne. Ein großes Urwaldabenteuer mit Mogli, Balu und Shir Khan, mit tanzenden Affen und einer ganzen Schar marschierender Elefanten, das auf Grund des großen Erfolges im Vorjahr, für alle Menschen ab 5 Jahren erneut gezeigt wird. Die Wiederaufnahme findet am 7. Juli statt.

Ergänzt wird der Theatersommer durch die traditionellen Festlichen Konzerte (20. und 21. Juli) und Gastspiele: Eine Filmmusikgala mit Chor und Orchester von ORSO (7. August), "Die große Schlager-Hitparade" (8. August) und drei Gastspielabende mit Marshall & Alexander (21. bis 23. August).

Fördermittel des Landes und Kooperation

Bei den Volksschauspiele n Ötigheim handelt es sich um ein einzigartiges Amateurfreilichttheater mit überregionaler Strahlkraft und einem beachtlichen Zuschauerzuspruch. Nahezu die gesamte Organisation der Volksschauspiele wird ehrenamtlich getragen, ebenso das Theaterspiel mit bis zu 500 Mitwirkenden pro Aufführung. Um den bestehenden Anspruch an Attraktivität und Qualität der Volksschauspiele aufrecht zu erhalten, ist die Erneuerung der Beschallungsanlage zwingend erforderlich: Für eine neue Verstärkeranlage haben die Volksschauspiele Ötigheim rund 250'000 Euro in die Hand genommen. Orchester, Chöre und Solisten können jetzt gleichermaßen akustisch unterstützt werden. 

Eine einwandfrei funktionierende Tontechnik dient dem Fortbestand der Volksschauspiele. Die Bezuschussung der Investitionsmaßnahme leistet einen Beitrag zur Zukunftssicherung der Volksschauspiele Ötigheim und damit zum Erhalt der Vielfalt der Festspiellandschaft in Baden-Württemberg. Das Ministerium schätzt das Projekt als besonders förderwürdig ein, da es von erheblichem Landesinteresse ist. Für den Zuschuss sollen die entsprechenden haushaltsrechtlichen Voraussetzungen mit dem nächsten Haushalt geschaffen werden.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst will die Volksschauspiele Ötigheim mit einem Zuschuss in Höhe von 164'000 Euro für die Anschaffung einer neuen Beschallungsanlage unterstützen. Dies teilen Thomas Hentschel, Landtagsabgeordneter der Grünen, und Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer mit. Die Gemeinde Ötigheim könne die Kosten von 280'000 Euro für die neue Beschallungsanlage auf dem Tellplatz keineswegs alleine aufbringen, so Hentschel. 

"Ich freue mich über die Unterstützung des Landes. Die Volksschauspiele sind für das kulturelle Leben im ländlichen Raum von erheblicher Bedeutung. Durch die neue Beschallungsanlage wird ein Engpass beseitigt und es müssen keine Aufführungen abgesagt werden", so Hentschel.

Wegen der Dringlichkeit der Lage führten Bürgermeister Frank Kiefer, der Vorstand und Geschäftsstellenleiter der Volksschauspiele Ötigheim e.V., Max Tüg sowie Landtagsabgeordneter Thomas Hentschel Ende Februar ein Gespräch mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Kunststaatssekretärin Olschowski in Stuttgart. Die neue Beschallungsanlage war im Mai eingebaut worden, um in dieser Saison den Betrieb sicherzustellen. Von der neuen Beschallungsanlage wird sich Thomas Hentschel selbst bei der Premiere am 16. Juni überzeugen, die er dieses Jahr gemeinsam mit Kunststaatssekretärin Petra Olschowski besuchen wird.

Bereits am 29. Mai 2017 besuchte auf Einladung der Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Rastatt, Sylvia M. Felder, der zuständige Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, die Volksschauspiele Ötigheim und sicherte seine Unterstützung zu. Jetzt bewilligt sein Ressort eine Investitionsförderung des Landes in Höhe von knapp 12'000 € für die Erweiterung des Parkplatzangebots der Volksschauspielen im Rahmen der Tourismusinfrastrukturprogramms 2018. 

"Ich freue mich, dass es gelungen ist, Fördergelder für die Gemeinde zu erhalten, die den Volksschauspielen zu Gute kommen. Gemeinsam mit der Gemeinde Ötigheim und mit den anderen Vorstandsmitgliedern der die VSÖ unterstützenden Josef-Saier-Stiftung wie Landrat Bäuerle und Landtagskollege Ernst Kopp setze ich mich weiterhin dafür ein, staatliche Zuschüsse für unser kulturelles Kleinod zu erhalten", so Sylvia M. Felder.

Zudem hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst 164'000 € im Rahmen des Nachtragshaushalts für die Volksschauspiele Ötigheim in Aussicht gestellt, wie die beiden Landtagsabgeordneten Sylvia M. Felder und Ernst Kopp, mitteilen konnten. 

"Wir freuen uns, dass es gelungen ist, Fördergelder für die Gemeinde zu erhalten, die den Volksschauspielen zu Gute kommen. Mit der Gemeinde Ötigheim und dem Vorstand der die Volksschauspiele Ötigheim unterstützenden Josef-Saier-Stiftung haben sich die Abgeordneten des Wahlkreises gemeinsam für die Förderung stark gemacht. So wollen wir auch weiter verfahren", so Sylvia M. Felder und Ernst Kopp. 

Auch das Thema Sicherheit nimmt inzwischen einen zunehmenden Anteil der organisatorischen Aufgaben ein. Geschäftsführer Marc Mol hat Mitarbeiter eingestellt, die stichprobenweise Taschen von Besuchern kontrollieren. Das habe es in der langjährigen Geschichte der Bühne noch nie gegeben. "Aber wir bekommen gute Rückmeldungen. Die Besucher fühlen sich sicherer."

Als eine weitere Neuerung gelten dank einer neuen Kooperation die Eintrittskarten zum Spiel auch gleichzeitig als Fahrkarte für den öffentlichen Personennahverkehr: Künftig können die Besucher der Aufführungen aufgrund einer Kooperation mit dem Karlsruher Verkehrs-Verbund (KVV) ganz bequem, stressfrei und ohne zusätzliche Kosten mit ihrer Eintrittskarte zum Theatervergnügen anreisen. Das Ticket gilt am Veranstaltungstag als Fahrtberechtigung nach Ötigheim für eine Hinund Rückfahrt im kompletten Verbundgebiet des KVV.

Deutlich verbessern soll sich an den Aufführungstagen die Verkehrsund Parkplatzsituation vor Ort aber nicht nur durch die Gratis-Fahrt zum Veranstaltungsort mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln des KVV, sondern auch dadurch, dass es rechtzeitig zu Beginn der Spielsaison zusätzliche Parkplätze an der K 3717/Rastatter Straße geben wird, auf denen kostenlos geparkt werden kann. "Auch Busunternehmen bieten Reisen zu uns an", so Moll.

♦ Der Vorverkauf für die Spielzeit 2018 läuft. Tickets, Termine und Informationen gibt es unter Telefon (07222) 968790.

(Quelle: FLB.oe/HIN)