Meisterschaft der 'Monster'

Erstellt: Montag, 12. März 2018

Baden-Baden (pierre roh). Die "Deutsche Meisterschaft der mads" fand zum neunten Mal statt. Nach Märchenfiguren und Mordopfern, Comicfiguren und Außerirdischen waren dieses Jahr die Monster an der Reihe und Lena Braunbarth vom Theater Baden-Baden gehörte zu jenen engagierten deutschen Auszubildenden aus Opernhäusern, Theatern und Maskenbildnerschulen, die sich für die "Deutsche Meisterschaft für Maskenbildner in Ausbildung" qualifiziert hatte, die am 11. März 2018 ausgetragen wurde.

Lena Braunbarth absolviert seit der Spielzeit 2016/17 eine Ausbildung als Maskenbildnerin und gehört zu den Auszubildenden, die sich für die Deutsche Meisterschaft für Maskenbildner in Ausbildung qualifizieren konnte. Ihre eingereichte Bewerbungsmappe überzeugte die Jury und so konnte Lena am 11. März bei der Meisterschaft ihr Können unter Beweis stellen. Die Meisterschaft wurde im Rahmen der make-up artist design show, Fachmesse für Maskenbildner und Visagisten, von der Messe Düsseldorf GmbH ausgerichtet. 

Die sieben Meisterschaftsteilnehmerinnen und der einzige männliche Teilnehmer hatten die Aufgabe, in 90 Minuten eine effektvolle Maske zum Thema "Monster" zu erstellen. Die ersten drei Plätze waren mit Geldpreisen und Pokalen dotiert - alle weiteren Finalisten erhielten Sachpreise sowie eine Urkunde.

Neben FilmMonstern wie Graf Dracula, Hulk oder Frankensteins Monster oder angsteinflößenden Gestalten aus alten Sagen und Mythen wie der dreiköpfige Höllenhund Zerberus konnten auch magische Wesen wie Orks, Werwölfe, Mumien und Zentauren als Vorlage dienen, teilt der Veranstalter mit. Bei der Gestaltung mussten mindestens zwei Drittel des Gesichts geschminkt und mindestens ein Gesichtsteil verwendet werden. "Besonders freut mich, dass unsere Azubi-Meisterschaft immer bekannter wird", so Bernd Uwe Staatz, Chefmaskenbildner der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. "Wir hatten noch nie so viele Bewerbungen erhalten wie in diesem Jahr."

"Mindestens zwei Drittel des Gesichts müssen geschminkt und ein künstliches Gesichtsteil verwendet werden", erläuterte Staatz, der die fachliche Wettbewebsleitung der vierköpfigen internationalen Jury übernommen hatte. Dabei dürfe die Maske nicht wackeln und müsse zu den natürlichen Proportionen passen und die Übergänge von Geklebtem und Schminke sollten nicht zu erkennen sein, lauteten zudem grundlegende Bewertungskriterien. 

Am Sonntag, 11. März 2018, um 14:00 Uhr war es dann soweit: Die "Deutsche Meisterschaft für Maskenbildner in Ausbildung" begann. Allein für die Teilnahme nominiert zu werden war Lena bereits ein toller Erfolg. 90 Minuten standen den Wettbewerbsgegnern Léon Austen (Hasso von Hugo Maskenbildnerschule,  Berlin), Cara Binder (Nationaltheater Mannheim), Isabell Gredig (Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg), Lara Krause (Theater Augsburg), Marie Neumann (Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz|Zittau), Milena Niehues (Staatstheater Mainz), Jennifer Wehrli (IMC Maskenbildnerschule Klaus Börrnert, Waldshut|Tiengen) und Lena Braunbarth (Theater Baden-Baden) zur Verfügung. 

Für Lena stand bereits als Elfjährige der Berufswunsch Maskenbildnerin fest: "Es gab keinen PlanB". Sie setzt sich heute das Ziel, dass die Zuschauer im Theater "genauso empfinden wie ich, als ich den Grafen von Krolock zum ersten Mal gesehen habe". Zum diesjährigen Meisterschaftsthema "Monster" hatte sich die Auszubildende im zweiten Lehrjahr ihre Vorlage aus einem Monsterbuch entlehnt. Ihren zuvor eingereichten Entwurf hatte sie sich an den Spiegel ihres "Arbeitsplatzes" geheftet - und schon wurde ihr Modell bis unters Kinn von einem Umhang verdeckt. Erst nach Vollendung der Maske wurde das Gesamtkunstwerk präsentiert.

Nach eineinhalb Stunden stand da ein beeindruckendes Grusel-Kabinett, eine hübsch-häßliche Ausbeute bei der neunten "Deutschen Meisterschaft für Maskenbildner in Ausbildung": eine lila Spinnenfrau, ein furchteinflössender Zombie, ein bleicher Vampir, ein plüschiger Grüffelo, zwei Fledermäuse und Lenas Medusa mit giftgrünem Schlangenhaupt. Und schon erfolgte die fachkundige Bewertung.

Die Jurymitglieder inspizierten jedes Detail mit Kennerblick, machten sich Notizen, kritisierten und lobten. Leicht schienen sie es sich nicht zu machen. Die Siegerehrung erfolgte dann um 18:00 Uhr. Für die junge Maskenbildnerin aus Baden-Baden eine zermürbende Wartezeit. Am Ende hatte es bedauerlich nicht ganz für einen Spitzenplatz gereicht. Die ersten drei Plätze gingen an die erfolgreichen Azubis aus Mainz (Fledermaus), Mannheim (Grüffelo) und Augsburg (Spinne).  

Lena Braunbarth verpasste zwar eine Top-Drei-Platzierung, verwandelte jedoch ihr Model mit viel Kreativität in eine schaurig-schöne Medusa. Dafür erhielt sie eine Urkunde und einen Sachpreis, wie die Veranstalter mitteilten. In Baden-Baden erwartet sie noch eine Essenseinladung, wie die Leiterein der Maskenabteilung des Theaters, Anja Dehn, verriet, und natürlich ist sie stolz auf ihre Auszubildende: "Sie hat sowohl in der Vorbereitung als auch am Wettbewerbstag eine hervorragende Arbeit geleistet." 

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Und noch eine weitere Auszeichnung konnte das Theater Baden-Baden für seine Erfolge als Ausbildungsbetrieb verzeichnen: Bei der diesjährigen Feierstunde der Handwerkskammer Karlsruhe wurden Handwerksbetriebe für deren vorbildliche als auch kontinuierliche Ausbildung geehrt und das Theater Baden-Baden zählte dazu.  

Seit vielen Jahren werden beim Theater Maßschneider/innen in den Fachrichtungen "Damen" und "Herren" erfolgreich ausgebildet. In den letzten Jahren konnten einige der städtischen Auszubildenden im Rahmen der parallel zur Gesellenprüfung stattfindenden Wettbewerbe wie z.B. beim Wettbewerb "Profis leisten was" oder "Die gute Form im Handwerk - Handwerker gestalten" Preise erringen.

Bereits im November letzten Jahres wurden die ehemaligen städtischen Auszubildenden Svenja Illinger und Hannah Sundhauser für ihre sehr guten Leistungen ausgezeichnet. Auch von der Handwerkskammer bekamen beide Damen im Rahmen des Ehrungsabends ein Präsent für ihre hervorragenden Arbeiten überreicht.  Die Veranstaltung wurde durch den Präsidenten der Handwerkskammer Karlsruhe, Joachim Wohlfeil, eröffnet.

Anschließend folgte die Ehrung der Ausbildungsbetriebe. Anneliese Klein, Leiterin der Kostümabteilung und Ausbilderin für die Maßschneider/innen, nahm die Ehrenurkunde für besondere Leistungen bei der erfolgreichen Berufsausbildung des Handwerksnachwuchses für das Theater Baden-Baden entgegen. Beim anschließenden Umtrunk hatten die Geehrten Gelegenheit, sich mit Vertretern der anderen Ausbildungsbetriebe im Kammerbezirk auszutauschen.  Oberbürgermeisterin Mergen freut sich über die besondere Auszeichnung des Theaters Baden-Baden. 

(Quelle: MesseDUE/StVwBAD/HIN)