Monsters of Liedermaching

Erstellt: Donnerstag, 11. Januar 2018

Karlsruhe (pr). Börnski, Fred, Burger, Pensen, Rüdi und Totte, aka. die Monsters of Liedermaching, sind auch im April 2018 wieder unterwegs, um mit ihrer charmanten Mixtur aus Liedermaching und Rock'n'Roll erlesene Clubs in dampfende Moshpits zu verwandeln. Zwischen banalen Alltagsbeobachtungen und philosophischen Poemen gibt es weder thematische, noch musikalische Grenzen. Davon überzeugen kann man sich in Karlsruhe im Substage am 26. April 2018 überzeugen. 

Monsters of Liedermaching setzten sich 2003, eigentlich als Solisten gebucht, aufgrund einer spontanen Schnapsidee auf dem Hamburger Rockspektakel kurzerhand zusammen auf die Bühne, fanden die Potenzierung ihrer Energien wundervoll, und spielten bereits im Jahr darauf ihre erste komplette Tour, in deren Verlauf sie ausgewählte Songs mitschnitten und als Debüt-Live-Album "6 Richtige" veröffentlichten.

"Es war der Wahnsinn!" sagt Monster Fred Timm dazu, "unser Publikum liebte unsere Power, die Kritik blieb unbehelligt." Bandkollege Totte ergänzt mit leuchtenden Augen: "Beinah wären wir aus dem Stand enorm erfolgreich geworden, hätte uns die Realität kein Schnippchen geschlagen!"  Die anderen Monster nicken bekräftigend, und Pensen fährt fort:  

"Die ganze Monsters-Sache ist halt eine sehr gute. Immerhin sind wir einerseits sechs autarke Songwriter, aber andererseits auch komplett unterschiedliche Charaktere, womit ganz organisch eine Themenvielfalt entsteht, nach der sich andere Bands die Finger lecken."

Totte sagt: "Wir könnten das jetzt auch genauer ausführen." Fred zählt auf: " Börnski kommt vom theatralischen Schauspiel, Rüdi ist Balladenkönig, ich hab früher bei "Norbert und die Feiglinge" accapella gesungen, Pensen ist Gitarrengott und sonst hartmusisch mit "Das Pack" unterwegs..."  "Burger ist Sänger der Punkrocker "Die Schröders" und Photo-Star, Totte schreibt Bücher und macht psychodelischen Poesiekrach mit "Die Intelligenzia". So Leute müssen sich erstmal zusammenfinden." ergänzt Pensen.

"Wir sind Fans voneinander und immer wieder überrascht." resümiert Burger.  Rüdiger Bierhorst fügt an: "Gleichzeitig sind wir sechs Frontleute, die ohne Hierarchie auf der Bühne sitzen und gemeinsam ihre Songs singen. Das erzeugt eine direkte Nähe zum Publikum, das kriegst du mit keiner Lightshow oder Tanzchoreographie der Welt hin."  "Jawohl!" stimmt Labörnski zu, um just nicht ganz wortlos zu bleiben.

Doch zurück zu den Fakten: Durch ihr Debütalbum und begeisterte Mundpropaganda kamen noch im gleichen Jahr die ersten Auftritte auf größeren Sommerfestivals, wobei ihr furios gefeiertes Konzert auf dem "Open Flair Festival" quasi als Startschuß für ihren Einstieg ins seriöse Rockbusiness gilt.  Von da an ging's immer weiter: Von Jahr zu Jahr stieg die Zahl ihrer Konzerte, die Clubs wurden größer, die Medien begannen ebenfalls, erstes Interesse zu entwickeln.

Der Stil der Monsters blieb davon unberührt. Sie veröffentlichten einfach regelmäßig Live-Alben mit wunderschönen Liedern, um auch auf Tonträger ihrer einzigartigen Konzertatmosphäre gerecht zu werden. "Vergiß den Kram von Hype und Trend! Es geht darum, authentisch zu bleiben." meint Labörnski dazu.  "Zeitlos ist eben nur, wer auf Zeitgeist pfeift." sagt Burger.  "Ja", pflichten die anderen Monsters bei, um auch was zu sagen.

Nach den Alben "Männer wie uns", "Sitzpogo" und "Haie im Flipperpelz", sowie der Tour-DVD "Das Auge hört mit", wurde es 2012 dennoch Zeit für einen weiteren, bizarren Selbstversuch im Monsters-Kosmos. "Wir dachten uns: Hey, alle reden immer von den Charts, aber es sind unsere Konzerte, die voll sind. Warum machen wir nicht einfach mal beim Chartzirkus mit?" beginnt Totte zu erzählen. "Genau. Aber ohne teure Videos, Mainstreamlieder oder überteuerte Boxen" ergänzt Pensen.  "Im Monster-Style: Mit einem guten Livealbum voll tollen Songs für einen fairen Preis." schließt Fred.

Der Plan ging auf: Ohne Label, Sponsoring oder kompromittierende Kompromisse erreichte das fünfte Monsters-Livealbum "Schnaps und Kekse" Platz 18 in den deutschen Albumcharts.  "Jetzt wäre es langsam an der Zeit für ein paar heftige Stories mit Drogen oder so, wegen unseres großen Ruhms." überlegt Burger jetzt laut.  "Gab's aber nicht." meint Rüdi.  "Außerdem ist die Biographie schon fast anderthalb Seiten lang. Wird Zeit für einen bündigen Schluß." befindet Labörnski.

Die Kollegen nicken stumm. Also kurz: Nach "Schnaps und Kekse" feierten die Monsters ihr zehnjähriges Bestehen, gingen dann für anderthalb Jahre in eine Pause, fanden sich aber energiegeladen 2015 wieder zusammen, hatten derart viele Songs geschrieben, daß bereits 2016 das gefeierte Livealbum "Wiedersehen macht Freude" erschien, und jetzt, ...tja ...jetzt:  Jetzt ist es 2017, und ihr neuestes Werk "Für alle" wird diesertage das Licht der Welt erblicken.

Ist alles beim alten geblieben?  "Ja!" sagt Totte. "Nein!" sagt Burger. "Ja und nein!" krähen alle.  Unbenommen ist "Für alle" ein Monstersalbum, das vollgepackt mit wunderschönen, manchmal absurd-komischen, latent romantischen und kraftvoll alltäglichen Themen ist: "Feuerwehrleuten" wird ein Denkmal gesetzt, "Scheiß CD"'s werden beschimpft, der Liebe "ein Fels" geboten, "Photoshop" wird zur Weltmacht, ein "Institut" wäscht "Socken", was auch immer: Kommt alles auf die "To Do Liste".  Soweit also klassischer Monsters-Kosmos.  

Dabei aber diesmal nicht in herzlich-rauher Live-Form, sondern, als stilvolles, charmantes Studiowerk. Etwas funkelnder, aber nicht poliert. Voller Wärme, Freude und kantig, wie eh und je, aber klingt halt einfach toll. Kein Wunder: 14 Jahre lang konnten die Herren ja üben, die wissen genau, was sie wollen.  "Wir wissen genau, was wir wollen." sagen sie nun, und ihre Augen funkeln, als wüssten sie genau, was sie tun.

Ist das ein Weltrekord? Eine Band, die heuer ihren 15ten Geburtstag feiert, in dieser Zeit sieben Alben, zwei DVDs und zwei E.P.s veröffentlicht hat, Hunderte von ausverkauften Clubshows gespielt hat, die ohne Label und im Sitzen mit einem Livealbum auf Platz 18 in die Charts gehüpft ist, veröffentlicht jetzt, nach alldem, ihr erstes Studio-Album. Ihr Debüt, sozusagen.  

"Weltrekord?" fragen die Monsters jetzt zurück und zucken mit den Schultern. "Uns egal. Die Platte ist super, das zählt!" Aber sie können sich ein Grinsen nicht verkneifen. Denn das ist halt der Kosmos der Monsters of Liedermaching: Alles läuft hier etwas anders. Mit Understatement, aber ohne falsche Bescheidenheit. Schräg, aber smart. So auch 2018, mit ihrem ersten Studioalbum.

AUF TOUR

Das kauzige Sextett dreht wieder gehörig am Rad. Ihr neues Album "Für Alle" präsentiert sich fast ungehörig zauberhaft, denn zum ersten Mal in ihrem 14 jährigen Schaffen, haben sie sich ausgiebig im Studio ausgetobt. Nun glänzen ihre ausgelassen-bizarren Kleinode in musikalischer Vollendung und lassen die werte Hörerschaft dahinschmelzen. Organisch ausgereift schweben die Melodien durch die Lüfte und setzen sich in den Ohren fest.

Textlich darf von Lyrik gesprochen werden, ohne aber in prätentiöse Gefälligkeiten abzudriften: Es geht um Feuerwehrleute und Scheiß CDs, To Do-Listen und Socken. Auftragskiller vs. Venedigs Straßenschwimmer, Morgensterne leuchten dank Photoshop, die kleine Lilly hat ein Drogenproblem und das Institut genehmigt das nicht, Katzen kämpfen gegen Hunde, der Liebe wird ein sicherer Fels geboten, und das alles ist nur ein Ausschnitt aus den vielfältigen Themen, derer sich die Monsters auf den 19 Songs hier angenommen haben.

"Verflucht unterhaltsam, das neue Album!", könnte man sagen. Lebendig, frisch und liebevoll, das ganze große Allerlei. Alles dabei und alles für Alle, und der Tag startet fröhlich. Auch zum ausgelassenen Nacht-Tanze geeignet. Zeitlos eben, denn das beweist Stil. Davon kann man sich in Karlsruhe im Substage am 26. April 2018 überzeugen. 

(Quelle: PM/HIN)