Neuer dbv-Präsident

Erstellt: Freitag, 15. Juni 2018

(eve). Auf seiner gestrigen Mitgliederversammlung hat der Deutsche Bibliotheksverband einstimmig einen neuen Präsidenten gewählt. Mit Dr. Frank Mentrup führt erneut ein erfahrener Kommunalpolitiker das Präsidium an. "Bibliotheken sind weltweit die am meisten genutzten Kultureinrichtungen, zunehmend auch der bedeutendste soziale Treffpunkt und Bildungsort in vielen Quartieren und Regionen" so Mentrup. "Ich fühle mich sehr geehrt, als Präsident des DBV mit dazu beizutragen, dass dies besser anerkannt und wertgeschätzt wird und alle Menschen die Möglichkeit des Zugangs dazu bekommen."  

Der 1964 in Mannheim geborene SPD-Politiker und Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe folgt auf Hans Joachim Grote (CDU), der im Herbst 2017 das Amt des Präsidenten wegen seiner Ernennung zum Innenminister von Schleswig Holstein aufgab. Als langjähriger dbv-Landesverbandschef in Baden-Württemberg ist Mentrup mit den aktuellen Fragen der Bibliothekspolitik bestens vertraut.

„Wir freuen uns sehr, dass Dr. Frank Mentrup bereit war, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Als ehemaliger bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, im ersten Kabinett Kretschmann von 2011-2013 Staatssekretär im Kultusministerium und dann als Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe kann und wird Frank Mentrup die Interessen der Bibliotheken mit Verve und Engagement vertreten“, so Barbara Lison, Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes.

Im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) sind ca. 2.100 Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Der gemeinnützige Verein dient seit mehr als 65 Jahren der Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken.

Bibliotheken sind die am stärksten genutzten Kultur- und Bildungseinrichtungen in Deutschland. Sie sind zukunftsgerichtete Orte des freien Zugangs zu Informationen und Wissen.

  1. 9.858 Bibliotheken gibt es in Deutschland
  2. 374.000 Veranstaltungen finden jährlich in Bibliotheken statt
  3. 119.000.000 Menschen besuchen Öffentliche Bibliotheken jährlich
  4. 375.000.000 Medien stehen in den Bibliotheken bereit
  5. 450.000.000 Medien werden jährlich entliehen

Zu den Aufgaben des dbv gehören auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechnologien.  

Im achten "Bericht zur Lage der Bibliotheken" formuliert der Deutsche Bibliotheksverband folgende Forderungen:

  1. Verleih von E-Books in Bibliotheken gesetzlich regeln
  2. Flächendeckende digitale Ausstattung für Öffentliche Bibliotheken
  3. Durch Bibliotheken politische Bildung stärken
  4. Verlässliche und dauerhafte Finanzierung einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur
  5. Koordiniertes Vorgehen für Open Access Publikationen
  6. Weitere Bibliotheksgesetze verabschieden
  7. Jetzt in Zukunftsfähigkeit von Bibliotheken investieren

siehe auch ⇒

Online zum Blättern: Bericht zur Lage der Bibliotheken 2017/18

Pdf zum Download: Bericht zur Lage der Bibliotheken 2017/18

Finanzlage von Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland 2017: Finanzlage ÖB 2017 - Befragung des dbv

(Quelle: dbv/HIN)