Beyond | Future Design

Erstellt: Donnerstag, 27. September 2018

© pierre roh | Hardt INKarlsruhe (proh). Essen wir bald schon "Kulturfleisch", gezüchtet aus Stammzellen? Macht das Zusammenwachsen von Infound Biotechnologie Milliarden Menschen zu einer arbeitslosen, "nutzlosen Klasse" und damit irrelevant? Wie verändern künstliche Intelligenzen die Gesellschaft? Was bedeutet es in der Zukunft, "Mensch" zu sein? Während die alten Geschichten, Weltbilder und Institutionen zerbröckeln, sind neue Erzählungen noch nicht erschienen ... Noch nicht. Unter dem Schwerpunktthema FUTURE DESIGN vereint das Festival in diesem Jahr die fünf Veranstaltungsformate Symposium, Kunst, Messe, Film Festival und Hackathon. 

In drei Veranstaltungsformaten – Symposium, Kunst und Film – inszeniert das Festival einen Dreiklang aus Wissenschaft, Kunst und Technologie und bringt führende Visionäre und KünstlerInnen zusammen. Flankiert wird das Festival durch die Panels "Virtuelle Realität" (VR), "Künstliche Intelligenz" (KI) und "Post-Kapitalismus" (PK), die am ZKM | Karlsruhe stattfinden. "FUTURE DESIGN" soll nicht nur dabei helfen, Gefahren und Möglichkeiten dieser Technologien und Trends zu identifizieren, verstehen und kreativ-emanzipatorisch zu nutzen, sondern auch dazu anregen, eine wünschenswerte Zukunft zu gestalten.

"BEYOND, das ist nicht nur ein Name, es ist auch ein Omen", ist der Begründer des BEYOND Festivals, Ludger Pfanz, überzeugt - und er fordert auf, über den Tellerrand zu blicken, also 'Jenseits', 'Dahinter'. Er ist einer jener Visionäre, die zum Diskurs auffordern, die angesichts von KI und einer möglichen Superintelligenz Chancen gegen Risiken stellen möchte - im Idealfall Mensch und Technologie im Einklang mit der Umwelt. 

"BEYOND.FUTURE DESIGN ist eine Therapie gegen Gegenwartsmüdigkeit und Zukunftsangst", sagt Festivalleiter Ludger Pfanz, der den gängigen Denkansatz auf den Kopf stellt. Anstatt künftige Entwicklungen aus den Datensätzen von heute zu berechnen, geht er von wünschenswerten Zukunftsszenarien aus und versucht sie auf den heutigen Status Quo "zurückzurechnen", damit wir 2018 wissen, welche Wege es einzuschlagen gäbe - und verdichtete dies zu einer Formel für das 'darüber hinaus', um Gestaltungskonzepte für ein "FUTURE DESIGN" besser zu sondieren: 3 I's plus 3 C's | Inspiration/ Imagination/ Innovation + Creativity/ Competence / Community. 

Das Festival möchte zudem die Schnittstelle zwischen Film und Zukunftstechnologien aufzeigen und bietet den BesucherInnen die Gelegenheit mit VR-Installationen zu interagieren sowie eine breite Vielfalt an KünstlerInnen zu erleben. ReferentInnen und BesucherInnen werden zur freien Entfaltung angeregt und der "FUTURE DESIGNer" soll in jedem Einzelnen geweckt werden.

In dem Zukunfts-Festival an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, dem ZKM | Karlsruhe und dem Filmpalast werden nationale und internationale Experten, Ingenieure und Künstler Aspekte künstlicher und künstlerischer Intelligenz und virtueller Realitäten erlebbar machen, kritisch diskutieren, Risiken und Chancen aufzeigen sowie neue Geschäftsmodelle andenken. Ziel ist, eine breite Aufmerksamkeit auf neuste Entwicklungen zu lenken und Debatten, Interesse und qualifizierte politische Diskurse zu erzeugen.

"Es ist vorauszusehen, dass die Interaktion zwischen Mensch, künstlichen Intelligenzen, Robotern und immersiven Medien unsere zukünftigen Arbeitswie Lebensumfelder radikal verändern werden. Doch die wichtigsten Fragen zu diesen Interaktionen müssen erst noch gestellt werden", so der Festivalleiter. Und genau das versucht das von der Stadt Karlsruhe geförderte BEYOND Festival mit seinen Partnern zu initiieren.

Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und das ZKM | Karlsruhe sind sich ihrer Vorreiterstellung und Verantwortung in diesem Bereich bewusst – um als Labor und Observatorium für Kunst, Wissenschaft und neue Anwendungen der digitalen Technologien und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft zu fungieren. Um beispielsweise zukünftige Berufe sicher vor der Übernahme durch Maschinen zu machen, müsste unser Bildungssystem zwingend verändert werden.

Verstärkt sollten Berufe ausgebildet werden, die ein Element menschlichen Verhaltens erfordern, das Computer nicht replizieren können: Intuition, Kreativität, Innovation, Mitgefühl, Vorstellungskraft, Problemlösung, Erfindungsgabe, Empathie und Verantwortung. Sich die Zukunft nicht nur vorzustellen, sondern sie aktiv zu gestalten, ist das erklärte Ziel des Symposiums "FUTURE DESIGN" während des diesjährigen 7. BEYOND Festivals.

"Es sind nur die Grenzen unserer Vorstellungskraft, die uns daran hindern, Technologien und Gesellschaften zu denken, die in der Lage sind, den Antagonismus zur Natur aufzulösen", bekräftigt Festivalleiter Ludger. Durch Symposium und künstlerische Interventionen sollen so viele wie möglich, vor allem auch junge Menschen, in "die wichtigsten Debatten unserer Zeit" eingebunden werden, sagt die Organisatorin des Festivals Gülsel Özkan.

Parallel zum Symposium erwartet die Besucher vom 3. bis 7. Oktober 2018 in den Lichthöfen der HfG Karlsruhe die Kunstausstellung "Sapiens", kuratiert vom portugiesischen Künstler Prof. João Tabarra. Hierbei hinterfragen Studierende der HfG Karlsruhe unsere Vorstellungen vom "Mensch-Sein" im digitalen Zeitalter und stellen gemeinsam mit internationalen Künstlern wie Vibeke Sorensen, Ina Conradi und Vesna Petresin virtuelle Erfahrungen und immersive Erlebnisse aus.

Kunst, mit und durch künstliche Intelligenz werden von Frederic Fol Leymarie, Mario Klingemann und dem Maler/Programmierer-Duo Roman Lipski und Florian Dohmann repräsentiert. Das Konzert "Future Music" mit unter anderem dem "Biocomputer Rhythms" von Prof. Eduardo Miranda mit einem Stammzellencomputer und ein Filmfestival mit Retrospektive zu Filmen über künstliche Intelligenz im Filmpalast runden das Programm ab.

siehe auch

⇒ FUTURE DESIGN 2018

PROGRAMM

"Intelligence X.0 – AI 4 industry and humans" 

Nahtlos schließt sich vom 8. bis 10. Oktober 2018 in der Stuttgarter Hans-Martin-Schleyer-Halle an BEYOND das "new.New Festival 2018" an. Es steht das Thema der Künstlichen Intelligenz mit allen Aspekten – auch den gesellschaftlichen Folgen im Fokus. Das auf Englisch abgehaltene Event verbindet Startup- und Technologiepräsentationen mit Veranstaltungen, auf denen die Unternehmen der Region, vom Großkonzern bis zum Mittelständler, neue Impulse für Innovationen suchen und ihre Projekte und Strategien vorstellen.  

Ziel des Projekts "CODE_n new.New Festival" ist die Förderung von Innovation durch die Präsentation neuer Geschäftsmodelle und das Zusammenbringen unterschiedlicher Interessensgruppen - von Startups über etablierte Unternehmen bis hin zu Investoren, Künstlern und Medien.  Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist der von CODE_n veranstaltete Innovationswettbewerb CODE_n18 CONTEST zur Bündelung sowie Präsentation von kreativen IT-Lösungen.

Der Wettbewerb dient der weltweiten Identifikation und Förderung der bahnbrechendsten Nachwuchsunternehmen, die neue Geschäftsmodelle rund um das definierte Thema bieten. Der CONTEST steht unter dem Arbeitstitel "Intelligence X.0". Ca. 50 ausgewählte Bewerberinnen und Bewerber wurden eingeladen.

(Quelle: ByND/HfG/HIN)