25 Jahre Kunst

Erstellt: Montag, 09. April 2018

Rastatt (proh). 25 Jahre Kunst in der Fruchthalle: In der mehrteiligen Jubiläumsausstellung in der Städtischen Galerie Fruchthalle „25 Kunst in der Fruchthalle“ wechseln die Exponate im Erd- und Obergeschoss alle zwei Monate. Sie erzählen den Besucherinnen und Besuchern jeweils zwei neue Folgen einer durchdachten Rastatter „Kunst-Geschichte“. Am Sonntag, 15. April, enden nun die ersten beiden Folgen – ANFANG und URSPRUNG – mit einer Finnisage und einer Konzert-Performance von Geigerin Claudia Riedl um 15.30 Uhr.

Am 19. Juni 1993 öffnete die Städtische Galerie Fruchthalle erstmals ihre Pforten und präsentierte seither insgesamt 90 Ausstellungen mit über 250 Künstlerinnen und Künstlern. In der Jubiläumsausstellung zum 25-jährigen Bestehen der Einrichtung werden im zweimonatlichen Wechsel ausgesuchte Stücke aus der Sammlung Rastatt gezeigt, die inzwischen aus mehr als 1000 Kunstwerken der Sparten Skulptur, Malerei, Graphik und Zeichnung besteht. Die Präsentation stellt dabei die Originalität jedes Exponats in den Fokus und verknüpft zugleich die unterschiedlichen künstlerischen Positionen durch einen inszenatorischen Kontext mit übergreifendem Erzählwert, der dem Besucher spannende Zusammenhänge eröffnet. 

Damit die Exponate zusätzlich eine Resonanz in die Ausstellungsräume entfalten können, gestaltete der Freiburger Maler Ben Hübsch die Stellwände der Galerie mit einem speziellen Farbkonzept. Soweit Videoaufnahmen über die Ausstellungstätigkeit in den zurückliegenden Jahren existieren, kommt außerdem ein Film zur Aufführung, der die Einrichtung vor allem als kulturelle und soziale Begegnungsstätte nicht allein für Kunstinteressierte zeigt. Zu den permanent ausgestellten Werken von Anselm Kiefer im sogenannten Kiefer-Kabinett gibt es für die Besucher aktualisierte Erläuterungen. 

Mit Texten von Galerieleiter Peter Hank und Dr. Thomas Hirsch, Kurator der Herbert-Weisenburger-Stiftung, erscheint zum eigentlichen Gründungsjubiläum Mitte Juni 2018 außerdem ein Katalog, der sowohl den Ausstellungsbetrieb als auch die Sammlungstätigkeit des Hauses dokumentiert und den besonderen Stellenwert der Einrichtung im Hinblick auf die Entwicklung der Kunst in Baden nach 1945 verdeutlicht. 

In einer Sonderschau im hinteren Bereich des Obergeschosses rund um das „Kabinett Westermann“ präsentiert der Sammler Günter Westermann unter dem Titel „Welt der Träume“ aus dem Projekt PHANTASTIK IN DER BOX 100 Künstlerinnen und Künstler des Phantastischen Realismus, des Surrealismus und der imaginären Kunst. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Sonderführungen, Vorträgen, Performances und Konzerten begleitet die Halbjahresschau, die bei freiem Eintritt besucht werden kann. 

Die erste Folge im Erdgeschoss unter dem Titel „Anfang“ zeigt Exponate zur Thematik des leeren Kreises und des vollen Quadrats. Im Obergeschoss veranschaulicht die zweite Folge mit dem Thema „Ursprung“ die weibliche Ursprungsmacht in bildhafter Aufbereitung.

Die in Bühl lebende Geigerin Claudia Riedl spielt zunächst im Bereich des „Anfangs“ eine Solo-Sonate von Johann Sebastian Bach, um anschließend in freier Improvisation musikalisch durch die Ausstellungsräume bis in den „Ursprung“ im Obergeschoss zu führen.  

Ab Donnerstag, 19. April, wird dann bis 15. Juli in der Jubiläumsausstellung die zweite Sequenz mit einer Auswahl Rastatter Sammlungsbestände gezeigt, die in Folge 3 im Erdgeschoss zum Thema „Grenze“ und in Folge 4 im Obergeschoss unter dem Titel „Gegend“ präsentiert wird.

Eine erste öffentliche Führung durch die geänderte Schau findet am Freitag, 20. April, um 15.30 Uhr statt. Von dem Exponatwechsel unberührt bleiben die „Welt der Träume“ der Sammlung Westermann und das Anselm-Kiefer-Kabinett.  Die Jubiläumsausstellung kann bis 30. September 2018 zu den üblichen Öffnungszeiten der Städtischen Galerie Fruchthalle bei freiem Eintritt besichtigt werden: Donnerstag bis Samstag von 12 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.

13. Oktober 2018 – 27. Januar 2019  VISIT – Eva Rosenstiel  Vernissage: Freitag, 12. Oktober 2018, 19 Uhr  

Die in Hüfingen geborene Künstlerin lebt heute in Freiburg. Nach dem Studium von Textildesign in Reutlingen und der Kunstwissenschaft in Freiburg studierte sie von 1975 bis 1980 bei Prof. Peter Dreher an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe.  Seit mehreren Jahren arbeitet Eva Rosenstiel mit Fotografie, Druck, Zeichnung und Malerei, verwandelt Vorbild und Nachbild, löst die Grenze zwischen Realität und Abstraktion durch vielfache schichtweise Überarbeitung auf.

Eine scheinbar objektive fotografische Illusion und eine emotional geprägte gestische Malerei werden dabei in Beziehung gesetzt. Ein weiteres Merkmal ihrer Arbeit ist die verstärkt ortsbezogene Herangehensweise. Der Herausforderung einer neuen Lokalität mit deren unvertrauter Topografie und den zu recherchierenden Besonderheiten begegnet sie zunächst mit fotografischen Erkundungsstreifzügen. Diese eingefangenen Schnappschüsse im „Paradiesformat“ 10 x 15 cm ausgedruckt, bilden die Grundlage der weiteren Auseinandersetzung. Übermalt werden sie Bestandteil von Installationen und sind ein gewaltiger Bilderspeicher für Serien größeren Formates.

Für die Ausstellung in der Fruchthalle wird eine neue, ebenfalls vor Ort inspirierte Arbeit entstehen. Als Ur-Ur-Ur-Enkelin von Lucian Reich d.Ä. und damit Eva Rosenstiels familiärer Verbindung zum Hüfinger Künstlerkreis des 19. Jahrhunderts könnten sich möglicherweise durch das Wirken Lucian Reichs am Lyceum in Rastatt (heutiges Ludwig-Wilhelm-Gymnasium) Sujets ergeben. Weitere Werke einer familienbiografischen Arbeit Eva Rosenstiels wird das Hüfinger Stadtmuseum zeitgleich zur Rastatter Präsentation unter dem Titel Visavis zeigen. 

(Quelle: StVwRA/HIN)