Kunst im Film

Erstellt: Mittwoch, 24. Januar 2018
Karlsruhe (proh). Das cineart filmfestival findet erstmalig parallel zur art karlsruhe statt. Von Donnerstag, 22., bis Samstag, 24. Februar 2018, wird eine exklusive Filmauswahl über verschiedene Künstler wie Gerhard Richter, Julian Schnabel, Camille Claudel oder Banksy gezeigt, die mit ihren Werken die Kunst maßgeblich geprägt haben. Zudem wurden auch Filme ausgewählt, die Einblicke in die spannende Welt des Kunsthandels geben, aber auch eine historische Beleuchtung zum Beispiel des schwierigen Themas Beutekunst des Dritten Reichs wird nicht ausgelassen. Das cineart filmfestival ist eine Kooperation des FILMBOARD KARLSRUHE mit der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH und der SCHAUBURG. Das Festival wird von der Stadt Karlsruhe unterstützt.  

„Mit dem cineart filmfestival möchten wir die art karlsruhe noch näher an die Stadt Karlsruhe heran holen und bieten hierbei ein hochwertiges Filmprogramm an“, so Filmboard-Chef Dr. Oliver Langewitz. Das Filmfestival will hierdurch zeigen, wie vielfältig sich auch das Medium Film mit dem Thema Kunst auseinander setzt und hier sehr individuelle und ungewöhnliche Perspektiven auf den kreativen, schöpferischen Akt von Künstlern gewähren kann.  

Donnerstag, 22. Februar 2018:  

16:00 Uhr:   EIN ANDALUSISCHER HUND (Originaltitel: UN CHIEN ANDALOU) ist ein Film von Luis Buñuel und Salvador Dalí, der zum ersten Mal 1929 in Paris vorgeführt wurde. Er gilt als Meisterwerk des surrealistischen Films. Der Prolog zeigt einen Mann, der ein Rasiermesser schärft, dann eine Wolke, die vor dem Vollmond vorbeizieht. Der Mann schneidet einer vor ihm sitzenden Frau mit dem Rasiermesser durchs Auge. Weitere absurde Szenen, die durch keine erkennbare Handlung zueinander gehören – wohl aber dieselben zwei Personen zeigen – sind durch Zwischentitel („Acht Jahre später“, „Gegen drei Uhr morgens“, „Vor sechzehn Jahren“, „Im Frühling“) grob voneinander getrennt. Bekannte Einstellungen sind die Brüste einer Frau, die sich unter den Händen des Mannes in ihr Gesäß verwandeln, eine in der Tür eingeklemmte Hand mit einem Loch, aus dem Ameisen kriechen und der Mann, der unterschiedliche Dinge an zwei Seilen hinter sich herzieht, darunter zwei mit je einem Eselskadaver gefüllte Konzertflügel und zwei Brüder der Armenschule.  

ICH UND KAMINSKI (2015) ist ein Spielfilm von Wolfgang Becker nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann. Sebastian Zöllner (Daniel Brühl) ist Kunstkritiker und ein überheblicher, unangenehmer Mensch. Er lebt in der Wohnung seiner Freundin Elke und auf ihre Kosten. Zöllner will eine Biografie über den als „blinden Maler“ bekannt gewordenen Manuel Kaminski (Jesper Christensen) schreiben und damit endlich einen großen Erfolg landen. Er setzt darauf, dass nach dem absehbaren Tod des betagten Künstlers sein Buch ein Verkaufsschlager sein und zu einem Standardwerk wird. Seine Vermutung: Kaminiski ist gar nicht erblindet, er hat die Kunstwelt in dieser Hinsicht betrogen.

19:00 Uhr:   Gerhard Richter, einer der international bedeutendsten Künstler der Gegenwart, öffnete der Filmemacherin Corinna Belz im Frühjahr und Sommer 2009 sein Atelier, wo er an einer Serie großer abstrakter Bilder arbeitete. Der Dokumentarfilm GERHARD RICHTER PAINTING gewährt einmalige Einblicke in die Arbeit des Künstlers. In hoch konzentrierten Einstellungen lässt uns der Film an einem sehr persönlichen, spannungsgeladenen Schaffensprozess teilhaben. Wir sehen, wie Richter malt, wie er seine Bilder betrachtet und beurteilt, wie er überlegt, abwartet, verwirft, überarbeitet, manchmal auch zerstört und neu beginnt. Corinna Belz lässt uns in ihrem klugen, aufmerksamen Film den vielschichtigen Vorgängen künstlerischen Schaffens näher kommen. Auf der art karlsruhe ist Gerhard Richter in diesem Jahr auch Schwerpunkt der Sonderausstellung "Sammlung Frieder Burda".  

Freitag, 23. Februar 2018:  

17:00 Uhr:   BANKSY – EXIT THROUGH THE GIFT SHOP ist ein bemerkenswerter Dokumentarfilm des britischen Streetart-Künstlers Banksy aus dem Jahr 2010. Bemerkenswert nicht zuletzt deshalb, weil der Film den leidenschaftlichen Do it yourself-Filmemacher Thierry Guetta begleitet, der einen Film über die Streetart-Szene drehe möchte. Dieser begleitet zu Beginn seinen Cousin, den französischen Künstler Invader, beim Anbringen seiner, dem Computerspiel „Space Invaders“ nachempfundenen, bunten Mosaike und lernt dadurch im Frühjahr 2006 Banksy kennen. Guetta verspricht Banksy, die beste Streetart-Dokumentation zu drehen, die es bisher gegeben hat. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Daher wird er von Banksy überzeugt, selbst als Streetart-Künstler zu agieren. An diesem Punkt übernimmt Banksy die Regie. Thierry Guetta wählt das Pseudonym „Mr. Brainwash“ und fängt an, im großen Stil Kunst zu produzieren.

19:00 Uhr:   DIE FRAU IN GOLD (Originaltitel: WOMAN IN GOLD) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Simon Curtis mit Helen Mirren in der Hauptrolle aus dem Jahr 2015. Der Spielfilm erzählt mit einigen Freiheiten gegenüber den tatsächlichen Geschehnissen die Geschichte um die Restitution, also die Rückgabe einiger Klimt-Gemälde, die die Nationalsozialisten enteignet hatten. Die Dramaturgie beleuchtet vor allem das Porträt der Adele Bloch-Bauer, später auch „Goldene Adele“ bezeichnet, das Gustav Klimt 1907 gemalt hatte. Der Wiener Industrielle Ferdinand Bloch-Bauer hatte das Porträt seiner Frau in Auftrag gegeben und bezahlt. Nach acht Jahren juristischen Kampfes gegen die Republik Österreich erfolgte 2006 die Rückgabe an die Erben.

Samstag, 24. Februar 2018:  

13:00 Uhr:   Regisseur Pappi Corsicato gibt in seinem Film JULIAN SCHNABEL – A PRIVATE PORTRAIT (2018) Einblick in das private und das berufliche Leben des New Yorker Künstlers, der als Maler und als Filmemacher („Schmetterling und Taucherglocke“) arbeitet, als Enfant terrible und als Freigeist gilt. Im Dokumentarfilm spricht Schnabel über seine ersten Schritte als Künstler, seine Erlebnisse in der skandalumwehten Kunstszene von New York in den 1980er-Jahren und die künstlerischen wie persönlichen Krisen, die er durchlebte – zu denen der Tod seines Freundes Lou Reed gehörte. Außerdem öffnete Julian Schnabel, der im Film auch als verlässlicher Freund und liebender Familienvater gezeigt wird, sein privates Archiv. Neben Schnabel selbst kommen berühmte Freunde und Weggefährten zu Wort, darunter Al Pacino, Willem Dafoe, Bono und Emmanuelle Seigner. Auf der art karlsruhe finden sich gleich vier Galeristen, die Werke von Schnabel anbieten: Circle Culture Hamburg, Geuer & Geuer Art, Galerie Martina Kaiser und dem Kunsthaus Lübeck.  

15:00 Uhr:   Der Spielfilm CAMILLE CLAUDEL von Regisseur Bruno Nuytten mit Isabelle Adjani und Gérard Depardieu war 1988 an den Kinokassen in Frankreich ein großer kommerzieller Erfolg. Der Film erzählt vom ersten Treffen von Camille Claudel und Auguste Rodin Im Jahr 1885. Er ist ein bekannter Künstler. Sie wird eine seiner Schülerinnen und später seine Assistentin und Geliebte. Zeitweise beflügeln sie sich gegenseitig, aber Rodin fühlt sich Camille überlegen, will seine Lebensgefährtin jedoch nicht verlassen. Nach einer langen Affäre bricht sie mit ihm und zieht in eine Kellerwohnung, wo sie isoliert lebt. Sie schwankt zwischen Ausbrüchen von Schöpfungsdrang und Zerstörungswut, in der sie alle von ihr erstellten Statuen zerschlägt. Am Ende des Films wird sie in eine psychiatrische Anstalt abgeführt.

(Quelle: FIBO.ka/HIN)