1o Jahre 'filmboard'

Erstellt: Montag, 16. Oktober 2017

Karlsruhe (proh). Filmboard Karlsruhe feiert seinen 10. Geburtstag; und trotz seines recht jungen Alters wurde hier in den letzten Jahren eine Menge bewegt und so hat sich Karlsruhe nicht nur in der Kultur- und Kreativwirtschaft insgesamt prächtig entwickelt, sondern sich gerade auch mit dem Wirtschaftssegment "Film" einen guten Namen gemacht, insbesondere auch Dank der vielfältigen Arbeit des Filmboard Karlsruhe, das nun seinen 10. Geburtstag feiert. Es war genau am 18. Oktober 2007, als das Filmboard beim Amtsgericht Karlsruhe ins Vereinsregister eingetragen wurde.

Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Oliver Langewitz erinnert sich: "Im Sommer 2007 gab es die ersten Gespräche mit den damals hier am Standort angesiedelten Filmemachern und Filmfirmen. Hier stellten wir fest, dass sich viele Filmemacher überhaupt nicht kannten oder nur wenig voneinander wussten. Schnell war klar, dass eine bessere Vernetzung in einer gemeinsamen Organisationsstruktur sinnvoll erscheint."

13 Gründungsmitglieder waren es damals, die miteinander den Filmstandort stärken wollten. Heute sind es insgesamt 58 Unternehmen und Freelancer aus der Filmbranche, darunter Regisseure, Autoren, Kameraleute und Schauspieler, die durch ihr Engagement im Filmboard Karlsruhe regelmäßig beweisen, dass auch jenseits der großen Filmstandorte Berlin, München, Hamburg und Köln Filmemachen auf höchstem Niveau möglich ist.

Natürlich auch mit der Verdienst des Filmboard Karlsruhe, das nicht nur durch Projekte und Veranstaltungen in Karlsruhe auffällt, sondern sich auch in bundesweiten Verbänden engagiert und so auf vielen internationalen Filmfestivals und -märkten für den Produktionsstandort wirbt, darunter zum Beispiel die Berlinale, die Filmfestspiele in Cannes, der Filmmarkt in Clermont Ferrand oder auch schon mal auf Festivals in den USA oder in Asien. Zudem ist das Filmboard mit seinen eigenen Lang- und Kurzfilmproduktionen auf vielen internationalen Festivals präsent und hat hier bereits zahlreiche Filmpreise erhalten.  

Ein wichtiger Auslöser für das Filmboard Karlsruhe waren aber bereits Ende 2006 Gespräche in der TechnologieRegion Karlsruhe, in deren Rahmen die Installation einer FilmCommission Baden-Baden/Karlsruhe diskutiert wurde. Hier waren zwei Standorte ins Auge gefasst worden: Baden-Baden aufgrund der Nähe zum SWR und Karlsruhe mit seiner breiten Kinolandschaft, seinen vielen Filmschaffenden und seiner lebendigen Filmfestivallandschaft. Hier wurde schnell klar, dass sich das Karlsruher Spektrum an Filmaktivitäten viel breiter aufstellte, als die reine Vermittlung von Filmlocations und Filmservices vor Ort.  

Die FilmCommission Baden-Baden/Karlsruhe wurde letztlich in der Bäder- und Touristik GmbH in Baden-Baden installiert, während in Karlsruhe die Weichen für das Filmemacher-Netzwerk Filmboard Karlsruhe gestellt wurden. Eine wichtige Säule der Vereinsaktivitäten sollte die Betreuung von Filmproduktionen in Karlsruhe darstellen, sodass hier nach der Gründung des Filmboard Karlsruhe eine damals für Baden-Württemberg einmalige Kooperationsvereinbarung zwischen Karlsruhe und Baden-Baden geschlossen wurde, die bis heute sehr erfolgreich funktioniert.

So betreut das Filmboard jährlich zahlreiche Filmproduktionen, die nach Karlsruhe kommen, um hier ihre Filme zu drehen, die Palette reicht hier von Kinoproduktionen über TV-Filme und -Serien bis hin zu Kurzfilmen, Musikclips und auch Werbefilmen. "Häufig geht es beim ersten Kontakt mit einer Produktionsfirma um Drehgenehmigungen und hier verfügen wir über die entsprechenden Kontakte zu den verschiedenen Ämtern, und je nach Drehort in Karlsruhe wissen wir genau, wer für eine Location zuständig ist", erklärt Langewitz.

Darüber hinaus vermittelt das Filmboard aber auch Kontakte zu Filmschaffenden, Schauspielern oder spezialisierten Filmdienstleistern. Denn die meisten auswärtigen Filmproduktionen reisen mit kleinem Kernteam an und benötigen dann regional erfahrenes Fachpersonal. Der weitere Bedarf reicht hier von der Vermittilung von Hotelzimmern, Gastronomie, über Equipmentverleih bis hin zu Komparsen und Servicekräften.

Natürlich erhält das Filmboard auch regelmäßig Produktionsanfragen aus der Wirtschaft, aber auch von Institutionen, Sozialeinrichtungen oder auch Einzelgruppen wie Bands oder Vereinen. "Hier profitieren wir von unserem breiten Netzwerk, da jede einzelne Anfrage sehr unterschiedlich ist und wir beim ersten Beratungsgespräch herausfinden müssen, welche unserer Mitgliedsunternehmen hier besonders gut geeignet wären, das jeweilige Filmprojekt umzusetzen", so Langewitz. Denn jedes Projekt variiert vom Aufwand, Budget und auch von der inhaltlichen Ausrichtung, sodass hier gezielte Vorschläge für die Umsetzung unterbreitet werden können.  

Um hierbei als zentrale Anlaufstelle gut arbeiten zu können, bezog das Filmboard im Frühjahr 2008 das Filmhaus im Kreativpark Alter Schlachthof, das noch weitere Produktionsfirmen beherbergte. Zwei Jahre später wurden im Filmhaus noch ein weiteres Stockwerk mit Einzelbüros angemietet, die seitdem an Freelancer und Kleinstunternehmer aus der Filmbranche untervermietet werden, die von der geschaffenen Infrastruktur profitieren. Natürlich sind auch die verschiedenen Filmboard-Mitglieder an einem regen Austausch und einer Vernetzung interessiert, sodass das Filmboard Karlsruhe über die Jahre viele Veranstaltungs-Formate etabliert hat.

Neben einem monatlichen JourFixe an jedem dritten Mittwoch im Monat um 18 Uhr (Ort: Carl´s Wirtshaus auf dem Alten Schlachthof) gibt es Filmvorführungen an vielen unterschiedlichen Spielstätten, die sich für die verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkte des Filmboards besonders gut anbieten. Seien es interkulturelle Filmprogramme im ibz, Bildungsprogramme im Landesmedienzentrum Baden-Württemberg oder Kulturprogramme in der SCHAUBURG oder in der Kinemathek Karlsruhe: dank der vielen Kontakte auch zu auswärtigen Filmemachern kann das Filmboard individuelle, maßgeschneiderte Filmprogramme anbieten.  

"Dank der Independent Days | Internationale Filmfestspiele Karlsruhe sowie unseres Labels 'Best Independent Films International' werden uns jedes Jahr aus der ganzen Welt neue Filmproduktionen zugespielt, die oftmals noch gar nicht in Deutschland gelaufen sind oder hier sogar ihre Weltpremiere feiern können", so Langewitz. Eine hervorragende Plattform für Filmemacher, um ihre Filme einem sehr interessierten Publikum vorzustellen, schließlich zählen die Karlsruher zu den eifrigsten Kinogängern der Bundesrepublik.  

Erstmals waren in diesem Jahr die Independent Days|Internationale Filmfestspiele Karlsruhe in der Festivalliste der European Festivals Association für das EFFE Label gelistet und zählen so nun offiziell von europäischer Seite aus zu den herausragendsten Festivals in Europa. Das Label "EFFE - Europe for Festivals, Festivals for Europe" ist eine Initiative der Europäischen Union und steht für ein Festival-Netzwerk aus 39 Ländern, das Festivals fördern möchte, die sich besonders stark den Künsten, den Künstlern dahinter und dem europäischen Gedanken verpflichtet fühlen. Die Independent Days profitieren nun von dem großen EFFE-Festivalnetzwerk, über das sie künftig auch ein verstärkt internationales Publikum ansprechen können.

Auch Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen bietet das Filmboard Karlsruhe an, denn gerade heute kommen viele neue Technologien auf den Markt, die neue audiovisuellen Medienprodukte ermöglichen und hier ist es auch für professionelle Filmemacher wichtig, immer auf dem neuesten Kenntnisstand zu sein. Hier wurde eigens im Jahr 2012 die Film- und Medienakademie Karlsruhe (fum:a) gegründet, die seitdem regelmäßig Seminare und Workshops anbietet und Mitglied im Netzwerk Weiterbildung Baden-Württemberg ist. Zudem wird hier verstärkt Nachwuchsförderung betrieben, gerade auch mit Workshops für Kinder und Jugendliche, die so erstmalig Filmluft schnuppern und die verschiedenen Filmberufe kennen lernen können.  

Eigentlich blickt das Filmboard Karlsruhe mit seinen vielen Tätigkeitsfeldern in eine rosige Zukunft. Doch zwingen der Sparkurs der Stadt dazu, Abstriche bei vielen spannenden Projekten zu machen und nach alternativen Förderquellen und Sponsoren zu suchen. Dies ist bei einigen erfolgreichen Veranstaltungen wie den Independent Days und Projekten wie dem aktuellen Dokumentarfilm "Geschichten aus der Heimat" gelungen.

"Dennoch würden wir uns wünschen, dass wir auch für unsere tägliche Arbeit und für die Infrastruktur etwas mehr Mittel zur Verfügung hätten", so Oliver Langewitz.  Denn wird das Tätigkeitsspektrum des Filmboards immer umfangreicher und gerade die Filmtechnologie entwickelt sich so rasant weiter, dass regelmäßig neue Anschaffungen notwendig werden, um Filmprojekte in höchster Qualität umsetzen zu können.

Schließlich ist aus der zarten Pflanze mittlerweile ein starker Baum gewachsen, mit dem auch entsprechende Ansprüche und Anforderungen aus der Kreativwirtschaft verbunden sind, die auch künftig erfüllt werden wollen, wie Langewitz betont: "Wir freuen uns auf alle Fälle auf die nächsten zehn Jahre und hoffen, dass unsere Arbeit weiterhin so großartige Früchte tragen wird wie bisher."

(Quelle: OLa/HIN)