... aus der Heimat

Erstellt: Freitag, 08. September 2017

Karlsruhe (proh). Die Schlussklappe für den Karlsruher Dokumentarfilm "Geschichten aus der Heimat" ist gefallen. Die letzten Aufnahmen wurden im Zoologischen Stadtgarten gedreht. Über ein Jahr lang hat das Filmboard Karlsruhe bereits für das Filmprojekt gedreht, Zeitzeugen und Super8-Filmer von damals interviewed und in ihrem heutigen Lebensalltag begleitet. Hinzu kommen etliche Stunden Super8- und Normal8-Filme, die in mühsamer Arbeit digitalisiert  und nachbearbeitet wurden. Über 30 Geschichten sind so zusammen gekommen, die nun in der Postproduktion zu einem Langfilm zusammen gefügt werden.

Mit einem Knarren öffnet sich der Deckel der großen Eichenholztruhe auf dem Dachboden. Vor der Truhe kniet ein Mann mittleren Alters, dessen Blick sich beim Betrachten des Inhalts augenblicklich aufhellt. In der Truhe stapeln sich etliche Film-Blechdosen, von denen er die oberste aufmerksam in Augenschein nimmt. Kurze Zeit später startet der Mann, zurück in seinem Wohnzimmer, den alten Super8-Projektor und begutachtet die alten Filmaufnahmen auf der Leinwand.

Die Eröffnungsszene des Dokumentarfilms "Geschichten aus der Heimat" nimmt die Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Gespielt wird der Mann von Torsten Eikmeier (Lerchenberg, Der 8. Kontinent, SOKO5113), der als Schauspieler und Sprecher auch eng mit Karlsruhe verbunden ist, hier zum Beispiel mit dem Sandkorn-Theater (Macho Man, Therapie zwecklos).  

"Wir haben uns bewusst für szenische Elemente entschieden, über die wir die einzelnen Geschichten des Dokumentarfilms miteinander verbinden können. Mit Torsten Eikmeier haben wir einen Darsteller gefunden, der perfekt als Erzähler passt und mit den Zuschauern gemeinsam auf Entdeckungsreise geht. Insbesondere seine charismatische Stimme mit dem gewissen Timbre hatte uns sofort überzeugt, sodass Torsten die Idealbesetzung für unsere Hauptfigur ist", so Regisseur und Produzent Oliver Langewitz.  

Am 18. Juli 2017 fiel die Schlussklappe für das dokumentarische Langfilmprojekt, das anlässlich der Heimattage Baden-Württemberg 2017 in Karlsruhe entsteht. Der Dokumentarfilm greift auf historische Super8- und Normal8-Aufnahmen zurück, die von verschiedenen Privatpersonen in der Region Karlsruhe gedreht und dem Filmboard Karlsruhe zur Verfügung gestellt worden waren. So wurden Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten, von den späten 1950er bis Anfang der 1990er Jahre, gesammelt und digitalisiert, sodass dem Projekt auch noch eine wichtige Archivierungsaufgabe zukommt: Die digitalisierten Filme werden im Stadtarchiv Karlsruhe archiviert und bleiben so der Nachwelt erhalten.  

Das Besondere am Dokumentarfilm ist, dass die Schmalfilmer und einige Personen, die auf den Schmalfilm-Aufnahmen zu sehen sind, für das Filmprojekt interviewed wurden und auch ihr heutiger Alltag gezeigt wird. So schlägt der Film eine Brücke von damals zu heute und zeigt, wie sich die Menschen, aber auch die Orte verändert haben.  

Über 30 spannende Geschichten sind hier zusammen gekommen, die vielfältige Einblicke in das Leben der Menschen in Karlsruhe gewähren. Seien es die Erinnerungen an die Bundesgartenschau 1967 oder die Aufnahmen vom KSC in den 1950er und 60er Jahren im Wildparkstadion als damals modernsten Stadion Europas. Oder sei es die Geschichte des letzten Landwirts, der noch mit Viehwagen seine Felder in Neureut bestellt hatte oder die Geschichte der Greif, die nach wie vor im Schlossgarten ihre Runden zieht.

Und wer weiß schon, dass im Rheinhafen Forschungs-U-Boote gebaut wurden? Oder dass der Schauspieler Gustl Bayrhammer nicht nur am Badischen Staatstheater spielte, sondern auch noch über eine spannende weitere Verbindung zu Karlsruhe verfügte?  

Humorvoll und feinfühlig lernt der Zuschauer Karlsruhe aus der sehr persönlichen Sicht derer kennen, die Karlsruhe aus ihrem individuellen Blickwinkel erlebt haben. Nun beginnt die Postproduktion des Films und hier muss der straffe Zeitplan unbedingt eingehalten werden, denn der Premierentermin steht bereits fest:

Der Film wird am Freitag, 15. September 2017, um 19 Uhr in der Schauburg in Karlsruhe uraufgeführt.  

"Wir hatten großes Glück, bei einem derart komplexen Filmprojekt mit zumal äußerst schmalem Budget den Drehzeitplan genau einhalten zu können. Dies war nur dank der zahlreichen großartigen Partner und Unterstützer des Projekts möglich, die uns auf vielfältige Weise geholfen haben. Und auch der Wettergott war uns wohlgesonnen", freut sich Langewitz. Denn viele Aufnahmen waren sehr aufwendig geplant, zum Beispiel die Luftaufnahmen, die von der Suparomedia GmbH realisiert wurden, um dem Film das gewisse Etwas zu verleihen.

Die Musik steuert die Music Academy International in Nancy bei, so dass in diesem Projekt auch die Städtepartnerschaft zwischen Karlsruhe und Nancy gelebt wird. "Über diese Kooperation freue ich mich besonders, da wir so zum einen unsere internationalen kulturellen Beziehungen zu einer unserer Partnerstädte stärken und zudem von einem eigens komponierten Score profitieren, der von den MAI-Studierenden komponiert und eingespielt wird", so Langewitz.  

Das Projekt entstand anlässlich der Heimattage Baden-Württemberg 2017 und wird von der Stadt Karlsruhe gefördert. Ebenfalls ermöglicht wird der Dokumentarfilm dank der Crowdfunding-Plattform "Gemeinsam für unsere Stadt" der Volksbank Karlsruhe, über die viele Unterstützer für das Projekt gespendet haben.

(Quelle: FIBO.ka/HIN)