Themeninseln für die Jugend

Erstellt: Mittwoch, 04. Juli 2018

Impressionen vom Jugendgipfel 2018. Foto: Stadt RastattRastatt (proh). "Respekt! Das habt Ihr ganz ganz toll gemacht!" Als Bürgermeister Arne Pfirrmann seine Eindrücke zum Jugendgipfel am 3. Juli in der BadnerHalle zusammenfasste, war er voll des Lobes. Gut 350 Jugendliche aus den Rastatter Schulen, doppelt so viele wie im Vorjahr, hatten einen Vormittag lang intensiv an "Themeninseln" diskutiert und Ideen gesammelt. Parallel dazu sorgte ein Markt der Möglichkeiten für Infos und Impulse von Vereinen, Gruppen, Organisationen und Parteien. Organisiert worden war der achte Jugendgipfel von der Rastatter Jugenddelegation. Und die zeigte, dass sie‘s drauf hat.

Bis ins Detail war der Gipfel unter dem Motto "Mach Rastatt zu Deiner Stadt" von den 23 aktiven Delegationsmitgliedern professionell vorbereitet worden - von den Einladungen bis zur Ablaufplanung und zu dem Baustellen-Outfit. Und was kam rum? Für die Jugenddelegation, so erläuterten die Mitglieder in einem Pressegespräch, zunächst das gute Gefühl, mit den gewählten Themen und den eigenen Ideen dazu den Nerv der Jugendlichen getroffen zu haben.

Bei der Themeninsel "Jugendcafé", erklärte Merit, das Café sei tatsächlich ein großer Wunsch der Jugendlichen. Hier hätten sich die jungen Leute für WLAN ausgesprochen, aber auch für eine Einteilung in laute und in ruhige Bereiche - so dass die Räumlichkeiten auch Rückzugsmöglichkeiten fürs Erledigen der Hausaufgaben bieten.

Ganz oben auf der Agenda der Jugenddelegation, aber auch Topthema beim Jugendgipfel, waren Jugendtreffplätze - also "Spielplätze für Jugendliche ab 14 Jahren", wie Tim aus der Jugenddelegation es umschrieb. Hier votierten die Teilnehmer eindeutig für einen zentralen Platz, auch wenn damit aufwändigere Abstimmungen mit der Nachbarschaft erforderlich wären.

Die Wiese beim Spielplatz am Röttererberg sei ideal oder auch der Bereich Hasenwädchen, so die Jugendlichen. Beim Thema "Schule", berichteten Anne und Antonia, setzen sich die Jugendlichen für einheitliche Hitzefrei-Regeln ein, für mehr Aufenthaltsräume, Bänke oder auch Fahrradabstellplätze. Mit der Medienausstattung an Schulen sei man inzwischen eigentlich zufrieden, denn "man sieht echt schon Fortschritte".  

Weniger zufrieden äußerten sich die Jugendlichen an der "freien Themeninsel" über den verdreckten und schlecht beleuchteten Bahnhof. Dieser sei Angstraum besonders für Mädchen, und eine Videoüberwachung sei nicht nur an dieser Stelle angesagt, fasste Lea die Diskussion an der Themeninsel zusammen. Abfallbehälter vermisse man aber auch insgesamt in der Stadt, außerdem fehlten Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum, und die Ladenvielfalt oder auch Veranstaltungen für junge Leute ließen zu wünschen übrig.  

Was passiert jetzt mit den Ideen? Die landen nicht in der Schublade, betonte Bürgermeister Pfirrmann. Schließlich setze man bei der Stadt intensiv auf Jugendbeteiligung. Nicht zuletzt bei der Entscheidung zum Kombibad habe man gesehen, wie wichtig die Impulse durch die Jugendlichen seien. Über die Sommerwochen macht sich der städtische Jugendbeteiligungsreferent Florian Seeland nun an die Auswertung des Ideenpools. Sie ist Thema bei den Schulworkshops zu Beginn des neuen Schuljahres - wenn es darum geht, fürs Mitmachen in der neuen Jugenddelegation zu werben. "Mit Vollgas loslegen" wird die neue Delegation dann am 13. Oktober, so Seeland.

(Quelle: StVwRA/HIN)